aktuelle Herausforderungen und Lösungen
– Klaus-Dieter Erdmann, funds excellence –

Fünf Jahre Niedrigzinsumfeld dürften Stiftungen die Augen geöffnet haben: Allein mit Anleihen ist die Kapitalanlage nur noch schwerlich zu gestalten. Doch woher Orientierung nehmen? Auf dem „Stiftungsforum Hamburg & der Norden ’17“ veranstaltet die funds excellence deswegen die Podiumsdiskussion „Kapitalanlage für Stiftungen“. Vier Vermögensverwalter diskutieren

  • Bernhard Matthes (Bank für Kirche und Caritas eG)
  • Klaus Naeve (BERENBERG Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG)
  • Hauke Hess (Veritas Investment GmbH mit Geschäftsführer Portfoliomanagement)
  • Sigrid Zecha (Managing Director und Leiterin Multi Asset Class Solutions (MACS) bei Credit Suisse Deutschland AG)

    Workshop-Zusammenfassung (bitte Bild anklicken | PDF, 1 MB)

Rückblick der funds excellence

Reges Interesse für unseren Workshop „Kapitalanlage für Stiftungen: aktuelle Herausforderungen und Lösungen“ beim Stiftungsforum Hamburg & der Norden ’17: Insgesamt kamen 88 Stiftungsvertreter und Stiftungsinteressierte, um den Ausführungen von Bernhard Matthes, Portfoliomanager bei der Bank für Kirche und Caritas (BKC), Sigrid Zecha, Leiterin Client Portfolio Manager bei der Credit Suisse in Frankfurt, Klaus Naeve, Leiter des Kompetenzzentrums Stiftungen und des Teams Stiftungsberatung bei der Berenberg Bank sowie von Hauke Hess, Geschäftsführer für Portfoliomanagement bei Veritas Investment zu lauschen.

Die Einstiegsfrage gestaltete Moderator Klaus-Dieter Erdmann scheinbar einfach: Wenn eine Stiftung entschließe, ihre Kapitalanlage zu delegieren, wie sollte sie vorgehen? Die Antwort der Teilnehmer fiel einheitlich aus: Jede Stiftung müsse sich zuerst fragen, wie viel Erträge sie benötige und wie viel Risiko sie dafür in Kauf nehmen kann. Was sich einfach anhört, ist aber handfeste Strukturarbeit: Denn dazu gehört auch, dass Stiftungen Anlagerichtlinien neu betrachten oder in erster Linie entwickeln, so Klaus Naeve. Als Beispiel nannte er den Begriff „mündelsicher“. Dieser werde zwar heute noch gerne verwendet, sei aber nicht mehr zeitgemäß. Denn selbst vermeintlich sichere Anlagen wie Staatsanleihen bärgen heute handfeste Risiken bei geringer Rendite. Es müssen andere Ertragsquellen her. Das Team um Sigrid Zecha sieht diese aktuell in Schwellenländeraktien. „Die Geldpolitik verändert sich mittlerweile global, es ergeben sich immer wieder neue Möglichkeiten“, fügte die Investmentspezialistin hinzu.

Doch solche Spezialgebiete sind meist nur durch eine professionelle Vermögensverwaltung zu erschließen. Und die Hürden dafür sind gar nicht so hoch: Ab 1 Mio. Euro bietet etwa das Kompetenzzentrum Stiftungen bei Berenberg eine individuelle Vermögensverwaltung an, bei der BKC liegt die Schwelle bei 2,5 Mio. Euro. Wer über weniger Kapital verfügt, könne die notwendige Diversifizierung aber auch mit mehreren Stiftungsfonds erreichen, fügte Bernhard Matthes an. Die Hürde für einen eigens aufgelegten Spezialfonds sollte aus Kostengründen bei 20 Mio. Euro Stiftungskapital liegen, meinten die Teilnehmer unisono. Insgesamt sollten die Kosten einer individuellen Vermögensverwaltung 0,75 Basispunkte nicht überschreiten, riet Hauke Hess. Bei einem Spezialfonds liege die Kostenobergrenze bei 0,4 Basispunkten.

Auf die Frage, wie viel eine solche Anlageberatung denn koste, gaben die Teilnehmer eine für das Publikum überraschende Antwort: Die Erstberatung ist bei allen kostenlos.


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