Fachbeitrag

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Stiftungen als Garanten für „Verewigung“?

06. März 2018 | Düsseldorf / Dortmund / Essen / Münster & Westfalen (Nr. 6)
Photo: Andreas Praefcke

EINE KRITISCHE BESTANDSAUFNAHME

Die selbständige Stiftung ist eine juristische Person und Träger von Rechten und Pflichten. Soweit, so gut und nichts Neues. Nach wie vor ist diese Form der Stiftung die statistisch häufigste, wenn es darum geht, den Wunsch nachhaltigen Wirkens in die Tat umzusetzen. Es spricht auch grundsätzlich nichts dagegen, sich dieser Form zu bedienen. Allerdings wird von vielen Stiftern den Mechanismen zur Besetzung der Stiftungsorgane nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Sind es zu Beginn der Stifter und seine Ehefrau, welche die Organe besetzen, so ist schon fraglich, ob man nach deren Ausscheiden wieder Familienangehörige für eine Tätigkeit im Vorstand der Stiftung begeistern kann. Werden die hierfür notwendigen Gespräche nicht zu Lebzeiten der Stifter aktiv in die Stiftungsarbeit eingebunden, so schwinden die Chancen für eine Nachfolge im Familienkreis signifikant. Und selbst, wenn sie hier noch gelingt – wer kommt danach?

Es ist deshalb unabdingbar, bereits bei Errichtung der Stiftung Anforderungsprofile und Prozesse zu etablieren, die dafür Sorge tragen, dass auch nach Abbruch des Engagements der Stifterfamilie die richtigen Personen für eine Nachfolge in den Organen identifiziert werden können.

Hinsichtlich des Anforderungsprofils ist zu empfehlen, dass – je nach Größe der Stiftung – ein Mitglied des Vorstands die berufsrechtliche Qualifizierung als Rechtsanwalt oder Steuerberater besitzen sollte. Auf diese Weise ist sicher gestellt, dass rechtliche oder steuerliche Themen frühzeitig erkannt und fachgerecht abgearbeitet werden. Es sollte darüber hinaus festgelegt sein, dass bei den handelnden Personen ein bestimmtes Mindestmaß an Berufs oder Managementerfahrung vorhanden ist (Textvorschlag: „ … vier Jahre in einer Kanzlei oder in der Rechtsabteilung eines Unternehmens gearbeitet … “ oder „ … mindestens vier Jahre in entscheidungserheblicher Position eines mittelständischen Unternehmens mit mindestens 60 Mitarbeitern gearbeitet … “). Vollständige Sicherheit, den oder die richtigen gefunden zu haben, geben solche Klauseln freilich nicht; sie liefern aber zumindest Anhaltspunkte, dass Personen, welche diese Kriterien erfüllen, nach allgemeiner Kenntnis und Erfahrung als geeignete Kandidaten anzusehen sind.

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