Fachbeitrag

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Stiftungsmanager im Spagat

27. Mai 2019 | Norden (Nr. 14)
Ulrich E. Deissner, Vorsitzender des Anlageausschusses Bürgersstiftung Braunschweig

Das Jonglieren mit Anlagerichtlinien, Steuervorschriften und Zielvorgaben gehört zum Job eines jeden Stiftungsmanagers – aber: wie realisiert man im heutigen Niedrigzinsumfeld noch planbare Ausschüttungen? Und was bedeutet in diesem Kontext Nachhaltigkeit für das Stiftungsmanagement?

In der Vermögensanlage ist neues Denken angesagt. Mit der jüngsten Entscheidung der EZB, den Leitzins auf absehbare Zeit nicht zu erhöhen, dürften wirklich alle Stiftungsentscheider endgültig in der Realität angekommen sein. Einer Realität, in der die Zeit von „Buy-and-hold-Strategien“ endgültig vorbei ist. Die herausfordernde Zinssituation macht den Spagat für Stiftungsmanager nicht einfacher. Einerseits ist die Abkehr von althergebrachten Anlagegewohnheiten zwingend – langfristiger Vermögenserhalt ist schließlich für jede Stiftung existenziell. Andererseits sichern nur planbare, regelmäßige Ausschüttungen das unmittelbare Stiftungswirken. Genau hier kommt der Bürgerstiftungsfonds ins Spiel. Er bietet Stiftungsmanagern eine konservativ ausgerichtete, stiftungsrechtlich einwandfreie Konzeption von hoher Transparenz – und vor allem: regelmäßige Ausschüttungen.

Dieses Ergebnis kommt nicht von ungefähr: Der Anlageausschuss des Bürgerstiftungsfonds ist mehrheitlich mit Stiftungsverantwortlichen besetzt und das Fondsmanagement auf die Expertise der Braunschweigischen Landessparkasse gestützt. Die Philosophie: Strategie vor Taktik – Konzentration auf die strategische Ausrichtung der Vermögensstruktur, um den realen Wert zu sichern, Schwankungen zu reduzieren und planbare Ausschüttungen zu erwirtschaften.

Was aber unterscheidet den Bürgerstiftungsfonds nun von anderen im Stiftungsumfeld positionierten Fonds? Ganz einfach: Nachhaltigkeit wird ein hoher Stellenwert beigemessen. Stiftungsgründer wollen mit ihrem Wirken in der Regel Sinn stiften und langfristig Gutes für die Gesellschaft tun. Wenn aber die Mittelverwendung vorgegeben ist, sollte dann nicht auch die Mittelherkunft eine Rolle spielen?

Im Normalfall stellt sich einem Stiftungsmanager diese Frage erst gar nicht, der Spagat ist schließlich auch ohne Nachhaltigkeitsaspekte kompliziert genug. Im Bürgerstiftungsfonds werden alle Anlagen anhand anspruchsvoller, objektiv nachvollziehbarer Nachhaltigkeitskriterien ausgewählt. Dieser Kriterienkanon ist einzigartig und wurde gemeinsam mit der Braunschweigischen Landessparkasse und der imug entwickelt. Er filtert aus über 2 000 Unternehmen diejenigen heraus, die den strengen Kriterien an unsere nachhaltige Kapitalanlage entsprechen. Übrigens nicht nur auf ökologische Aspekte beschränkt, sondern Teilhabe und Gleichberechtigung ausdrücklich mit eingeschlossen. Mit dieser Strategie erwirtschaftet der Bürgerstiftungsfonds nachhaltige 2,50 Euro je Anteil!

Interview

Welche Vorteile hat ein Stiftungsmanager davon, wenn er den Bürgerstiftungsfonds zeichnet?

Eine von Anfang an planbare Ausschüttung, erwirtschaftet mit Aktien und Renten auf Basis zukunftsfähiger, nachhaltiger Geschäftsmodelle. Dabei wird die Rentenseite aktiv bewirtschaftet und durch Aktien mit solider Dividendenpolitik gezielt ergänzt. Nicht zuletzt wird natürlich die Vermögensverwaltung deutlich einfacher und Haftungsrisiken werden minimiert. Kostenbewusst, transparent und, besonders wichtig für Stiftungsmanager im Ehrenamt, unkompliziert.

Aktuell ist der Bürgerstiftungsfonds ja zu mehr als 50 Prozent in Anleihen investiert?

In der Tat, ein wesentlicher Anteil ist in festverzinste Wertpapiere investiert. Das stellt die Planbarkeit der Ausschüttungen sicher. Auch im Umfeld negativer Kapitalmarktzinsen lassen sich attraktive Renditen erzielen, ohne dabei eine ausgewogene Risikostreuung aus den Augen zu lassen. Mit den Anlagerichtlinien und der Anlagepolitik des Bürgerstiftungsfonds lässt sich der „Spagat der Stiftungsmanager“ also auch im aktuellen Niedrigzinsumfeld nachhaltig meistern!

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