Fachbeitrag

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Eine unparteiische Wissenschaft in einem freiheitlichen Rechtsstaat

12. Dezember 2018 | Nordrhein-Westfalen (Nr. 11)
Foto: © Till Eitel, eyetill.com

Aufgrund der seit Jahren wachsenden Bedeutung des Themas Fundraising an Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, hat sich der Deutsche Hochschulverband (DHV) zusammen mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Jahr 2010 dazu entschieden, ein jährliches Fundraisingsymposium für die Leitungen von Hochschulen und Universitätsklinika auszurichten. Im Rahmen des mittlerweile schon 8. DHV-HRK-Fundraisingsymposiums am 3. April 2018 in Berlin hat der Deutsche Hochschulverband mit dem Preisgeldgeber rheform – EntwicklungsManagement GmbH zum dritten Mal den Deutschen Hochschulfundraisingpreis verliehen. 

Der DHV tritt für eine unparteiische Wissenschaft in einem freiheitlichen Rechtsstaat ein. Er wurde 1950 in Fortführung des 1936 aufgelösten Verbandes der deutschen Hochschulen neugegründet und vertritt die grundlegenden Prinzipien Freiheit und Unteilbarkeit von Forschung und Lehre. Er unterstützt seine über 30 000 Mitglieder und setzt sich vorbehaltslos für Qualität in Forschung und Lehre ein. Zusätzlich prämiert er besondere Leistungen und betreut über die eigene Deutsche Universitätsstiftung über 300 Stipendiaten. 

Die rheform – EntwicklungsManagement GmbH, die als Preisgeldgeber des Hochschulfundraisingpreises auftritt, wurde 2003 von Herrn Dipl. Ing. Joachim Heinze gegründet und ist auf die Beratung von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen spezialisiert. Sie begleitet sowohl bauliche Vorhaben als auch strategische und organisationale Entwicklungen etwa in der Bedarfsplanung oder der Projektsteuerung. Dabei setzt sie vor allem auf eine zielgerichtete Kommunikation mit und zwischen allen Beteiligten als wesentliches Mittel zum Erfolg – ganz nach ihrem Firmenmotto „miteinander reden, um zu gestalten“. Das Interesse der rheform an der Unterstützung von herausragenden Fundraisingkampagnen von Hochschulen und Universitätsklinika erklärt Geschäftsführer Prof. Dr. Guido Benzler damit, dass ein gesellschaftliches Engagement gemäß ihrer inhaltlichen Ausrichtung und ihrer Firmenphilosophie unbedingt erwünscht ist. Es sei dem Unternehmen sehr wichtig, zukunftsgewandte und innovative Projekte zu ehren, die deutsche Hochschulen und Universitätsklinika im internationalen Wettbewerb nach vorne bringen. Mit dem Hochschulfundraisingpreis wird dieses Ziel erreicht, weil er der Preisgeldstifterin die Möglichkeit gibt, deutsche Hochschulen zu fördern, die besondere Kreativität in der Förderer- und Fördermittelgewinnung beweisen und die Einrichtungen gleichzeitig dazu motiviert, in Zukunft an ihren herausragenden Leistungen festzuhalten. Als der DHV mit dem Vorschlag einen Hochschulfundraisingpreis ins Leben zu rufen an die rheform getreten ist, hat das Unternehmen diese Möglichkeit des gesellschaftlichen Engagements dankend angenommen und ist so seit einigen Jahren Kooperationspartner des Verbandes.

An der diesjährigen Ausschreibung haben vierzehn Universitäten, Hochschulen und Universitätsklinika teilgenommen und sich mit kreativen und innovativen Fundraisingprojekten um den Preis beworben. Die Liste der Bewerber verdeutlicht dabei, dass der Hochschulfundraisingpreis eine breite Palette anspricht: dabei waren Universitäten, Hochschulen und Universitätsklinika aus den Bereichen Pastoral, Musik, Kunst und Medizin, große und kleine Einrichtungen, altehrwürdige und junge, staatliche und private. Der inhaltliche Schwerpunkt lag dieses Jahr insbesondere auf herausragenden Erfolgen bei der Spenderpflege, einem transparenten Netzwerkaufbau, einer exzellenten Einbindung der Förderer, einer gelebten Dankbarkeitskultur und der Nachhaltigkeit der Kampagnen. 

Am meisten beeindruckt war die Jury, bestehend aus Prof. Dr. Bernd Helmig, Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbandes, Frau Brigitte Göbbels-Dreyling, stellvertretende Generalsekretärin der Hochschulrektorenkonferenz, Frau Cornelia Kliment, Geschäftsführerin der Deutschen Universitätsstiftung, Matthias Daberstiel, Chefredakteur „Der Fundraiser“, und Prof. Dr. Guido Benzler, von der Bewerbung der Stiftung Universität Hildesheim mit ihrer Friend- and Fundraisingkampagne Bildung stiften!. Sie wurde mit dem 1. Platz ausgezeichnet, weil sich ihr sehr gutes, vielseitiges und kluges Konzept als Good-Practice-Beispiel für andere Bildungseinrichtungen hervorheben lässt und so inspirierende Ansätze für andere Hochschulen aufzeigen kann. Als Stiftung einer kleinen Universität, hat es diese geschafft, eine außerordentliche professionelle Herangehensweise des Fundraisings – mit einem fundierten Informationsmanagement und mit unterschiedlich hohen Gebermöglichkeiten auf der „Spendenleiter“ zu präsentieren. 2017 konnte sie die Deutschlandstipendien neuerlich steigern, weitere Zustiftungen gewinnen, die Hörsaalstuhlkampagne erfolgreich abschließen und neue Mittelzusagen für Stiftungsprofessuren in Höhe von 1,75 Millionen Euro einwerben. Dieses Zusammenspiel vielseitiger Faktoren hat die Jury vollends überzeugt, sodass die Stiftung Universität Hildesheim die Auszeichnung sowie das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro entgegennehmen konnte. 

Zusätzlich wurden die Hertie School of Governance und die Technische Universität Kaiserslautern von der Jury mit Anerkennungspreisen für ihre exzellenten Fundraisingaktivitäten ausgezeichnet. Die Hertie School of Governance wurde für neue Wege im Fundraising mit Kampagnen für Stiftungsprofessuren zu drängenden gesellschaftlichen Themen geehrt, bei denen bestens vernetzte Fakultätsmitglieder gewinnbringend eingebunden worden sind. Die Besonderheit der Fundraisingkampagne lag dabei in dem Erfolg der eingeworbenen Mittel: Die Hertie School of Governance ist eine sehr kleine private Hochschule, die über die Bekanntheit der Professorenschaft und die honorig exzellent vernetzten Fakultätsmitglieder sehr hohe Mittel für Stiftungsprofessuren und Stipendien insbesondere bei Großstiftern einwerben konnte. In den letzten drei Jahren waren dies erstaunliche 6 Millionen Euro für Stiftungsprofessuren. Die TU Kaiserslautern wurde für ihre hervorragende Spenderpflege ausgezeichnet, beispielsweise bei der 

 Akquise von Deutschlandstipendien und bei Unterstützungsaktivitäten zugunsten des Tagungszentrums Villa Denis, das sowohl als Begegnungsstätte für die Universität, für Forschungseinrichtungen und StifterInnen als auch für Ausstellungen und Konzerte dient. In seiner Laudatio lobte Prof. Dr. Guido Benzler vor allem die herausragende Gesamtstrategie mit breit angelegtem Vorgehen, die die passfähige Einreichung, die gelebte Dankbarkeit und die vorbildliche Integration der Hochschulleitung ins Fundraising sowie die Kreativität des Umgangs der Sponsoreneinbindung verdeutlichte.

Auch nächstes Jahr wird das DHV-HRK-Fundraisingsymposium erneut in Berlin stattfinden. Schwerpunktthema des Wettbewerbs um den Hochschulfundraisingpreis, der am 9. April 2019 vergeben wird, soll die Frage sein „Gut gestartet – Was jetzt?“. Für eine Bewerbung einzureichen sind Kampagnen ab einem Fördervolumen von 250.000 Euro p.a. zur nachhaltigen Finanzierung eines Förderprojektes, wobei es sich beispielsweise um einen Lehrstuhl, eine Professur, ein Institut oder einen Berufungsfonds handeln kann. Auf den Preis können sich alle staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen und Universitätsklinika in Deutschland bewerben.

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