Fachbeitrag

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Die Quadratur des Kreises

28. März 2018 | Rhein-Main (Nr. 7)

Das aktuelle Niedrigzinsumfeld macht es für Stiftungen schwierig. Während man in der Vergangenheit ausreichend Erträge aus der Vermögensanlage generieren konnte, um daraus Projekte und die eigene Organisation zu finanzieren, sind die Ressourcen aktuell deutlich eingeschränkt. Damit stellt sich die Frage: Was tun? 

Einige Stiftungen versuchen, ihre Vermögensanlage zu optimieren, andere beginnen ihre Strukturen zu überdenken und Projekte einzuschränken. Ich plädiere für einen dritten Weg: Der Sektor muss sich viel mehr öffnen und über den eigenen Tellerrand hinaus schauen. 

Was heißt das? Bisher versuchen zu viele Stiftungen, Projekte in Eigenregie durchzuführen. Es gibt zu wenig Austauschbeziehungen mit anderen Akteuren, die eigentlich die Wirkung deutlich erhöhen könnten. Das bedeutet zwar, dass sie im Erfolgsfall alle Erfolge für sich reklamieren können, aber auch sämtliche Kosten und Risiken zu tragen haben oder Mittel über mehrere Jahre ansparen müssen, bevor die Umsetzung erfolgen kann.

Aus meiner Sicht sollten sich Stiftungen stärker vernetzen und zwar zunächst untereinander mit anderen Stiftungen. Die Netzwerke in Wiesbaden, Frankfurt und demnächst auch in Mittelhessen sind dafür ein gutes Beispiel. 

Das langt aber nicht aus. Sie sollten sich eher auch für andere Akteure aus dem gemeinnützigen Sektor wie Vereine, Verbände und Kirchengemeinden öffnen. Und darüber hinaus: Die Zusammenarbeit mit Unternehmen und der öffentlichen Hand sollte ebenso erfolgen. Für die größeren Stiftungen klingt das Vorgesagte selbstverständlich, doch die Praxis zeigt, dass dies für kleinere Stiftungen längst nicht der Normalfall ist.

Warum macht eine solche Öffnung Sinn? Zum einen können die verschiedenen Partner so ihre Ressourcen ergänzen, Risiken gemeinsam tragen, und Projekte schneller und vielleicht auch größer durchführen, als das eine einzelne Stiftung könnte. 

Viel wichtiger ist aber der unterschiedliche Blick auf die Problemlösung: Nur weil alle über das gleiche Problem reden, bedeutet das noch lange nicht, dass alle auch den gleichen Lösungsansatz verfolgen. Die Zusammenarbeit von Partnern aus unterschiedlichen Bereichen führt so zu ganz neuen Lösungsansätzen. Wer sonst als der Stiftungssektor wäre denn besser geeignet, solche innovativen Lösungen auf den Weg zu bringen? 

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