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Analoges Treffen zum digitalen Wandel in der Stiftungswelt – der Stiftungsführer berichtet vom Deutschen StiftungsTag 2018

Donnerstag, 17. Mai 2018

von Christoph Michel, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter 

Mit einem prominent besetzten Panel hat der Bundesverband Deutscher Stiftungen gestern Vormittag im Rahmen einer Pressekonferenz beim Deutschen StiftungsTag 2018 die Medien abgeholt. Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Michael Göring und Generalsekretär Felix Oldenburg haben gemeinsam mit Stifterpreisträgerin Ise Bosch die Fragen der zahlreichen Journalisten beantwortet. Entsprechend dem Motto „Update! Stiftungen und Digitalisierung“ des diesjährigen StiftungsTages in Nürnberg standen auch hier schwerpunktmäßig die gegenwärtigen Herausforderungen und die mögliche Zukunft des Stiftens im Fokus.      

Innovationen beim StiftungsTag 
Das „update“ hat der Bundesverband der Deutschen Stiftungen gleich in die Tat umgesetzt. Mit der mit der Aufforderung „Jetzt sind Sie dran!“ wird der StiftungsTag-Teilnehmer motiviert auch digital in den Dialog zu treten und via Facebook, Twitter und Instagram Kritik, Ideen und Beispiele einzubringen. Eine StiftungsTag-App führt zusätzlich durch das Programm. Zwei Drittel der mehr als 130 Veranstaltungen widmen sich dem technologischen und kulturellen Wandel, den die Digitalisierung bewirkt. Denn nun geht es darum die neuen Wege, die sich bieten, umsichtig zu beschreiten. Auch für die rund 2000 Vertreter aus der Stifterszene, die sich dieses Jahr in Nürnberg treffen.  

Stiftungen als Hüter der Demokratie 
„Die Stiftungen in Deutschland spiegeln in wunderbarer Weise die Heterogenität unserer Gesellschaft wieder“, erklärt Prof. Dr. Michael Göring. Für den Vorstandsvorsitzenden vom Bundesverband Deutscher Stiftungen verstünden sich Stiftungen hier, in diesem Land, als ein Element einer freiheitlichen Demokratie. Daher würden sie auch, was ihre Zwecke und Ziele anginge, sehr breit das abdecken, was unser Land, was unsere Gesellschaft heute präge. „Das ist etwas, worauf wir im Stiftungswesen sehr stolz sind“, freut sich Michael Göring. Besonders beschäftige ihn allerdings, wie sich unsere Demokratie in den nächsten Jahre entwickeln werde. „Wenn Stiftungen sich um das Gemeinwohl kümmern, gemeinnützig tätig sind, finde ich, müssen sie auch gerade in diesem Bereich tätig sein und ihren Beitrag dazu leisten, dass wir in unserem Land weiterhin eine freiheitliche demokratische Grundordnung haben.“ Für Michael Göring sollten sich Stiftungen immer auch als „Hüter der Demokratie“ verstehen.    

Eine außergewöhnliche und mutige Philanthropin  
Ein Thema, zudem auch Ise Bosch Stellung klar Stellung bezieht und sich Gedanken macht: „In was für einer Gesellschaft wollen wir leben und wie denken wir sie?“ fragt sich die Stifterin, die sich selbst gerne als Spendenaktivistin bezeichnet. Was ihr besonders aufstoße, sei das neue Demokratieverständnis, welches wir zunehmend in Europa hätten, dass Demokratien dafür da seien,  die Interessen der Mehrheiten zu bedienen. Minderheiten würden auf eine Weise ausgeschlossen, wie wir es früher eigentlich nicht gekannt hätten. „Das ist ein Feld für Stiftungen, das sind Fördergebiete.“ Die Bosch-Erbin setzt sich seit mehr als zwanzig Jahren für die internationalen Menschrechte und soziale Gerechtigkeit ein, insbesondere von Frauen und Mädchen und im Interesse der Geschlechterdiversität. Bei ihrem Engagement achte sie auf die Wirksamkeit der verwendeten Mittel bzw. gewährleiste diese indem sie auf Experten an der Basis vertraue. Diese wirklich zu fördern und an diese Macht weiterzugeben, damit die Basis tatsächlich handlungsfähig wird, darum geht es auch in ihrem neuen Buch „Besser spenden“, das Ise Bosch zeitgleich bei der Pressekonferenz vorstellt.     

Notwendiges „update“ für Stiftungen 
Für Felix Oldenburg ist sie eine Stifterin, die andere Stiftungen herausfordere indem sie auch unbequeme Fragen stelle, was den Umgang mit Macht, mit Minderheiten und mit Vermögen betreffe. Daneben ist der Generalsekretär vom Verband Deutscher Stiftungen überzeugt, dass Stiftungen dringend ein „update“ ihrer Rahmenbedingungen brauchen. Die Stiftungsrechtsreform sei ein erster wichtiger Erfolg und müsse jetzt von der neuen Regierung dringend umgesetzt werden. „In Deutschland tut sich eine Art Stiftungslücke auf zwischen dem, was Stiftungen eigentlich tun könnten für unsere Gesellschaft und dem, was sie im Moment umzusetzen im Stande sind.“ So könnten Stiftungen beispielsweise wesentlich mehr aus ihrem Stiftungskapital herausholen, wenn endlich geregelt wäre, unter welchen Haftungsbedingungen oft ehrenamtliche Stiftungsvorstände handeln, was sie dürfen und was nicht. Weiteres Beispiel sei die Stiftungsaufsichtspraxis. Diese müsse endlich in Deutschland vereinheitlicht werden. Felix Oldenburg spricht von einem regelrechten „Stiftungstourismus“ in bestimmte Regionen, den wir im Augenblick erleben. Diesen gelte es beenden. Dazu müssten einheitliche freiheitliche Rahmenbedingungen für zivilgesellschaftliches Engagement geschaffen würden.    

Mit Kurs auf morgen 
Eine der zahlreichen und klar formulierten Forderungen des BDS an die Politik zum Handeln. Denn der Verein vertritt die Interessen von mehr als 4300 Mitgliedern und repräsentiert damit knapp zwei Drittel des deutschen Stiftungsvermögens. Dieses und damit nachhaltiges privates Engagement hierzulande zu stärken, hat er sich auf seine Fahnen geschrieben. Gerade auch mit Blick nach vorne und für die nächste Generation Erben und Stifter möchte er diesen Standort attraktiver machen, vor allem auf das sich mit der Digitalisierung verändernde Stiftungsverhalten eingehen. Die Initiative „Next Philanthropy“ ist somit als weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung, oder anders formuliert, weiteres „update“ zu verstehen.    

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