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Baden-Württemberg Stiftung stoppt reguläre Kommunikation auf Facebook

Mittwoch, 11. April 2018

facebook-Kanal dient ab sofort der Aufklärung rund um Datensicherheit und Netzthemen

Die jüngsten Vorkommnisse bei facebook, bei denen 50 Mio. Datensätze von Nutzern über Entwickler an dritte Parteien verkauft worden sind, nimmt die BadenWürttemberg

Stiftung zum Anlass, ihren facebook-Kanal umzustellen: Er soll bis auf Weiteres der Aufklärung und der Information zu Themen des Datenschutzes, der Netzsicherheit und der Privatsphäre im Internet dienen. Stuttgart, 4. April 2018. „Bis Facebook seinen Verpflichtungen zur Datensicherheit nachkommt und die neuen europäischen Datenschutz-Richtlinien umsetzt, wird die Stiftung auf ihre reguläre Kommunikation in Facebook sowie auf Instagram verzichten“, betont Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. Mit Fachartikeln, Interviews, Statements und Videos von Expertinnen und Experten wie z.B. Journalisten, Juristen und Netzaktivisten soll nun die Bedeutung von Datenschutz und die Notwendigkeit des Schutzes der Privatsphäre im Netz klar herausgestellt werden.

Die Baden-Württemberg Stiftung nutzt facebook seit 2012 als Kommunikationskanal, um z.B. auf ihre Ausschreibungen aufmerksam zu machen, Menschen aus den Programmen vorzustellen, Videos zu teilen und sich mit Projektpartnern zu verbinden. In dem sozialen Netzwerk folgen ihr über 5.000 Fans.

Facebook habe über Jahre hinweg Nutzerdaten an App-Entwickler weitergegeben, die ihrerseits rund 50 Mio. Nutzerprofile weiterverkauft hätten, u.a. an das DatenanalyseUnternehmen Cambridge Analytica. „Damit hat facebook über lange Zeit die Bedenken von Datenschützern ignoriert und Anwendungen erlaubt, nicht nur auf die Daten der direkten Nutzer zuzugreifen, sondern auch auf die ihrer Freunde“, erklärt Dahl. „Eine Kontrolle fand praktisch nicht statt.“

Die betroffenen 50 Mio. Nutzer wurden bis jetzt nicht von facebook informiert. Dies veranlasst die Stiftung nun zum Handeln. „Wir sind im Besonderen dem Schutz von Kindern und Jugendlichen, für die wir viele gemeinnützige Projekte durchführen, verpflichtet“, meinte der Geschäftsführer. „Wir wollen unserer Vorbildfunktion gerecht werden und unseren Kanal daher bis auf Weiteres ausschließlich wichtigen Aspekten der Datensicherheit im Netz widmen. Das ist ein klares Zeichen für mehr Datenschutz“.

Die neue Datenschutzbeauftragte der Baden-Württemberg Stiftung, Cristina Salerno, ergänzt: „Facebook erkennt seine Verantwortung nicht und reagiert laufend zu spät. Profile neuer Nutzerinnen und Nutzer sollten zum Beispiel standardmäßig sicher eingestellt werden.“

In den nächsten Wochen wird es u.a. Beiträge von Daniel Moßbrucker, Journalist für die Themen Überwachung und Datenschutz, sowie von Dr. Thomas Weimann, Fachanwalt für Informationstechnologierecht und Partner der Stuttgarter Kanzlei BRP, geben. Fachkundige Personen, die sich mit Beiträgen beteiligen möchten, können sich bei der Baden-Württemberg Stiftung mit Vorschlägen melden.

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(Quelle: Baden-Württemberg Stiftung gGmbH)

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