News

« Zurück

Bekämpfung von Fluchtursachen in Uganda - Ein Gemeinschaftsprojekt von Stuttgarter Stiftungen schafft Anreize zum Bleiben

Donnerstag, 14. Februar 2019

Eine Bevölkerung, die sich in 15 Jahren verdoppelt, Waldflächen die von 5 auf 1,9 Millionen Hektar schrumpfen – nicht besonders aufbauende Prognosen für das afrikanische Land Uganda. Die Aufforstung mit schnellwachsenden, heimischen Hölzern ist ein Lösungsansatz, der gleichzeitig Einkommen schafft, Böden wieder nutzbar macht und einen Beitrag zum Klima leistet. Genau an diesem Punkt setzen Stuttgarter Stiftungen aus dem Stiftungsnetzwerk Region Stuttgart gemeinsam an – in enger Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung.

In dem neu gegründeten Arbeitskreis Internationales des Stiftungsnetzwerks finden sich einige Stiftungen, die bereits Erfahrungen in West-Afrika gesammelt haben. Diese Expertise wird nun in dem gemeinsamen Projekt „Fluchtursachenbekämpfung in Uganda durch Aufforstung“ gebündelt:  So baut die Stiftung Stay seit sieben Jahren mit einheimischen Sozialunternehmern und NGOs (Nichtregierungsorganisationen) ein Netzwerk in Uganda auf, die „LATEK Stay Alliance Uganda“. Gemeinsam mit der ugandischen Organisation Platform for Labour Action unterstützt Stay Aufbau und Ausweitung des Bündnisses. Dieses landesweite Netzwerk soll nun die Grundlage für eine großflächige Aufforstung im Land werden. 

Fairventures Worldwide hat dagegen ein weltweit anerkanntes Modell entwickelt, bei dem Kleinbauern mit einer bestimmten Art von schnellwachsenden Bäumen unfruchtbare Flächen wiederherstellen. In Indonesien nehmen mittlerweile 1.100 Bauern an den Projekten von Fairventures teil, in Uganda laufen seit 2014 Vorstudien, um die passenden Baumarten zu identifizieren. In Kooperation mit der Louis Leitz Stiftung arbeitet Fairventures seit 2012 mit Bauern und Berufsschulen am Thema Agroforst.

Ziel des Arbeitskreises ist es, 400 Kleinbauern in dieses Projekt einzubinden. Diese bepflanzen ihre unfruchtbaren, degradierten Flächen mit schnellwachsenden Bäumen – 200.000 Setzlingen – und beispielsweise Bananenpflanzen oder Kaffeesträuchern. Letztere stellen sicher, dass die Bauern sich ernähren können und ihre kurzfristigen Bedürfnisse gedeckt sind. Die Bäume, die im Schnitt nach acht Jahren groß genug sind, verbessern dann das kleinbäuerliche Einkommen. 

Um Kleinbauern zu Agroforstspezialisten zu machen, sind vier Komponenten notwendig: Wissen, Setzlinge, Organisationsstrukturen und Abnehmer. Wissen wird den Bauern von den Sozialunternehmern der Stay Alliance oder ihren Projektleitern vermittelt, die Fairventures weiterbilden wird und die als Schlüsselpersonen für die Organisation der Bauern fungieren. Setzlinge werden in den Baumschulen produziert, die jeder Sozialunternehmer aufbaut. Und die Abnahme sichert Fariventures durch Vernetzungen zur holzverarbeitenden Industrie. Angesetzt ist das Projekt zunächst auf zwei Jahre. 

Im Arbeitskreis engagiert sind außerdem sechs weitere Stiftungen des Netzwerks: Elisabeth Käsemann Stiftung, Giovane-Elber-Stiftung, Heidehof Stiftung, Paul und Gerhard Bauder Stiftung, Rotkreuz Stiftung und The Schaufler Foundation. Nachdem die Projektidee gemeinsam erarbeitet wurde, geht es jetzt um die Finanzierung des Projekts. Etwa 200.000 Euro wollen sie für dieses Projekt zusammenbekommen. Geld, was sie hoffentlich auch außerhalb des Stiftungsnetzwerks mit ihrer überzeugenden Idee einwerben können. Denn dieses Gemeinschaftsprojekt vereint so große Ziele, wie Klimaschutz, Armuts- und Fluchtursachenbekämpfung; denn nur wer eine Perspektive hat, der bleibt auch in seiner Heimat. 

(Quelle: Stiftungsnetzwerk Region Stuttgart e. V.)

Stiftungsnetzwerk Region Stuttgart e.V.


Kontakt

Stiftungsnetzwerk Region Stuttgart e.V.
Kronprinzstr. 13
70173 Stuttgart

Kooperations- & Medienpartner

© 2019, “Stiftungsführer” Michel und Stich GmbH
Alle Rechte vorbehalten