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Brot am Haken in vier Kapiteln: ​Brot am Haken - macht Freude schenken einfach (2)

Freitag, 21. September 2018
Initiator von Brot am Haken: Michael Spitzenberger in der Birkenau - seiner Münchner „Wirkungsstätte“.

Etwas geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten – auch an Fremde. Der gemeinnützige Verein Brot am Haken macht das mit einfachen Mitteln möglich.

München 21. September 2018 – Brot am Haken ist eine bundesweite Initiative mit Sitz in München. Unter dem Motto "Einfach. Freude. Schenken." kann der Kunde in den beteiligten Geschäften z.B. ein Brot kaufen und den Bon an den dafür vorgesehenen Haken hängen. Nehmen darf sich das Geschenk jeder.

Es ist ein normaler Montagmorgen in einer Bäckerei in München. Ein Kunde kommt herein. Er bezahlt zwei Brote – das zweite bleibt aber hinter der Theke, nur der Bon wandert an eine kleine Holztafel mit einem Haken daran. Einige Stunden später kommt eine Kundin herein, sieht den Bon, nimmt ihn vom Haken und reicht ihn der Verkäuferin. Sie bekommt das bereits bezahlte Brot. Ist sie bedürftig? Eine Studentin? Alleinerziehende Mutter? Oder möchte Sie sich einfach nur beschenken lassen? „Das ist uns egal. Ganz nach unserem Motto ‚Freude schenken‘ soll es ein Geschenk für jeden sein – wobei Bedürftige im Moment gefühlt 99% der Beschenkten sind“, sagt Michael Spitzenberger, Gründer von Brot am Haken.

Im Mai 2015 wurde das erste Brett in München aufgestellt – mittlerweile sind es 50 in ganz München. Zuvor hatte Michael als gelernter Hotelkaufmann in der Immobilienbranche gearbeitet, sich dann aber auf die Suche nach einer Arbeit mit Sinn gemacht. Sein großes Vorbild: Professor Faltin, der Initiator der Teekampagne. Bei seinen Recherchen stieß er auf Brot am Haken in Hamburg. Das Ehepaar Hekmet und Sören Özer hatten die Idee aus der Türkei mitgebracht, wo bei einem Bäcker die bezahlten Brote in einen Beutel gesteckt wurden, aus dem sich die Leute bedienen konnten. Aus dem Beutel wurde bei dem Ehepaar ein Brett mit drei Haken: Kaffee, Kuchen, Brot. Die Idee hinter dem Brot am Haken ist aber eigentlich noch älter. Sie stammt aus Italien, genauer gesagt aus Neapel, wo der „caffè sospeso“ ein alter Brauch ist.

2015 hat Michael dann die Idee und das Design in München zusammengebracht und sein erstes Brett in der Bäckerei Neulinger aufgestellt. Das war aber gar nicht so einfach. Denn die Idee das Brett mit den Infomaterialien für einen Starterpacket-Preis zu verkaufen, kam nicht so gut an. „Ich habe dann gefragt, ob er es ausprobieren würde, wenn es nichts kostet, und dann war er dabei“, sagt Michael. Denn so ein Brett bringt nicht nur Mehreinnahmen, sondern vielleicht auch bedürftige Menschen von der Straße in das Geschäft – und da sind einige Ladenbesitzer erst einmal skeptisch. Ein halbes Jahr stand dann das erste Brett dort auf Probe. Durch seine Kontakte und seine offene Art, brachte Michael das Thema unter die Leute und gewann weitere Bäckereien und andere Geschäfte dazu, wie einen Friseur, ein Kosmetikstudio und einen Dönerimbiss.

Anfangs ist Michael seiner Hauptbeschäftigung noch nachgegangen, aber irgendwann musste er sich entscheiden. Er beschloss sich ganz Brot am Haken zu widmen und bezog gemeinsam mit seinen Mitstreitern die ehemaligen Räumlichkeiten der Münchner Lokalbrauerei Giesinger Bräu. „Das hier ist ein Ort, an den die Leute wiederkommen, wo Menschen eintreten können und einen Raum der Begegnung vorfinden. Die Tür ist immer offen“, sagt Michael. Eine weitere Idee von ihm ist, dass sozial benachteiligte Menschen aus der Nachbarschaft für alle kochen – der sogenannte Viertelteller für mehr Gemeinschaft und Normalität. Hierfür konnte er bereits die BayWa Stiftung als Förderer gewinnen. Perspektivisch durchdenkt Michael auch ein Minipraktika-Konzept für Menschen, die weit weg vom Arbeitsmarkt sind. Er kann dabei schon auf Erfahrungen bei Brot am Haken zurückgreifen, da regelmäßig Praktikanten mit besonderen Anforderungen in seinem Verein eine Möglichkeit zur Orientierung und Qualifizierung erhalten.

Bessere Strukturen und effiziente Prozesse sind die momentane Priorität, mit denen die Initiative organisch weiterwachsen kann. „Wir wollen bekannter werden, aber dabei nicht die ursprüngliche Idee und die Basis verlieren. Denn wenn ein Unternehmen wächst, dann wird auch der Druck größer erfolgreich zu sein – und das ist nicht wirklich sinnstiftend. Es geht also vor allem um eine Standardisierung des Systems und nicht des Menschen“, sagt Michael. Sein Vorbild ist Foodsharing: 11 Mitarbeiter im Dachverband und über 20.000 Mitwirkende.

Neben einer Homepage ist Brot am Haken auch auf Facebook und Instagram aktiv. Auch eine erste Version der Brot am Haken App haben sie bereits für München gelauncht, welche zukünftig mit einem „digitalen Geschenke-Haken“ ausgestattet werden soll.

Damit die Idee „Einfach. Freude. Schenken.“ von Brot am Haken sich weiterverbreiten und wachsen kann, sollen nächstes Jahr über 100 neue Freudebretter bundesweit in Bäckereien aufgestellt werden. Dafür planen sie derzeit eine Crowdfunding Kampagne für Ende des Jahres, die die Skalierbarkeit weiter stärkt. Um alle Vorhaben auch realisieren zu können, ist eine solide Finanzierung wesentlich. Neben herkömmlichen Spenden (einfach diesem Link folgen) und Fördermittel von Stiftungen können Unternehmen und Privatpersonen offizielle Brot am Haken Partnerschaften eingehen. Zudem laden sie wirkungsorientierte Investoren dazu ein, aktiv mitzuwirken und mit ihrem Beitrag die Schenkkultur von Brot am Haken zu fördern.

Michael Spitzenberger und sein Team beraten Sie gerne persönlich und freuen sich über Ihren Anruf unter 089/55052605.

(Quelle: Brot am Haken e.V.)

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