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Europa geht uns alle an

Donnerstag, 23. Mai 2019
Foto: © dfi

Ein studentisches Europa-Seminar der Gips-Schüle-Stiftung und des Deutsch-Französischen Instituts

Was geht mich Europa an? Wie kann man junge Student*innen für die europäische Politik begeistern? Jenseits von Instagram, Facebook oder YouTube, ist es der Stuttgarter Gips-Schüle- Stiftung ganz analog gelungen, zehn jungen Menschen durch eine Parisreise die Idee einer gemeinsamen, europäischen Zusammenarbeit näher zu bringen. Nach den Gesprächen mit hochrangigen Vertretern aus der französischen Politik, Wirtschaft und Kultur, wie  Sylvie Goulard, Christoph Arend oder Noëlle Lenoir, sind die Student*innen jetzt motiviert, auch im Freundeskreis über dieses manchmal recht zähe, aber so wichtige Thema „Europa“ zu diskutieren.

Ende März dieses Jahres fuhren zehn Stipendiat*innen der Gips-Schüle-Stiftung für eine Woche nach Paris. Der langjährige Partner der Stiftung, das Deutsch-Französische Institut, stellte dank guter Beziehungen ein vielfältiges und hochkarätiges Programm zusammen. Gleich am ersten Tag stand die Begegnung mit einer hochrangigen Gesprächspartnerin an: die Vizechefin der französischen Zentralbank Sylvie Goulard empfing die Stipendiaten in ihren Räumen. Eingeschüchtert von dem ehrwürdigen Gebäude warteten sie nun mit Anzug und Krawatte, die  Damen mit akkuraten Röcken, aufgeregt auf ihr erstes Gespräch. Als Sylvie Goulard den Raum betrat, jeden einzelnen mit Handschlag begrüßte und im perfekten Deutsch das Gespräch begann, war das Eis gebrochen. „Sie hat immer wieder betont, dass die neue Generation endlich die Macht ergreifen sollte, um Änderungen zu bewirken, denn sie als ‘altes Krokodil‘ könnte keine zukunftsorientierte Politik machen.“ Nicolas Albuquerque Wolf, Studierender der Umweltschutztechnik, war begeistert von diesem Treffen. „Ich habe während der gesamten Reise das Gefühl gehabt, als ob ich tatsächlich aktiv an der EU-Politik teilgenommen habe.“ Wirtschaftsstudent Josef Al Khoshaba fand dagegen den Termin mit Mathieu Perona am Abend des ersten Tages am spannendsten. Dieser gab ihnen einen aktuellen Einblick in die Protestbewegung der „Gilets Jaunes“, also der Gelbwesten: „Ich hatte danach das Gefühl, diese Bewegung ein Stück weit verstehen zu können.“

Politiker und Entscheider zum Anfassen, Dialoge auf Augenhöhe – das war für die Studierenden, die allesamt technische Fächer studieren, das Ausschlaggebende, um sich nun auf die europäische Politik einzulassen. „Ich kannte Politiker von der öffentlichen Wahrnehmung eher als diplomatisch-bürokratische Maschinen, die oft Floskeln statt Klartext äußern. Doch nach dieser Woche fällt es mir leichter auch den Menschen hinter dem Amt zu sehen und wertzuschätzen“, so das Fazit von Niklas Aaron Vuk.

Mit auf dem Programm standen unter anderem noch die Besichtigung des weltweit größten Zentrums für Start-Up Unternehmen, die Diskussionen mit dem Philosophen Bernard Reber über das Potential des „grand débat  national“ sowie ein Besuch der Haute École des Commerces mit einem Gespräch über die Grandes Écoles. „Hierbei wurden wir ermutigt, das Handeln der Regierung kritisch zu hinterfragen, politische Mittel genauer kennenzulernen und als nächste Generation uns für ein geeintes Europa einzusetzen“, so die Studentin für umweltorientierte Logistik Dietlind Ruoff. Am letzten Tag ihres einwöchigen Europa-Seminars beeindruckte Lucia Fuchs, Studentin für Verkehrsinfrastrukturmanagement, besonders das Treffen mit der inzwischen 71-jährigen Noëlle Lenoir, Ministerin für Europäische Angelegenheiten a.D. „Sie ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die mich persönlich dazu motiviert hat, politisch aktiv zu werden.“

Diese Reise hatte, wie sich bei einem ersten Nachtreffen herausstellte, bei allen Nachhall gefunden. „Das Seminar machte mir bewusst, wie wichtig eine funktionierende Zusammenarbeit unter den Ländern für uns Bürger der Europäischen Union ist. Ich fühle mich in der Pflicht, diese erfahrenen Werte weiterzugeben und selbst zu leben!“ fasst Frauke-Johanna Eix ihre Eindrücke zusammen. Sie diskutieren jetzt tatsächlich im Freundeskreis über Europapolitik und werden so zu Europa-Botschaftern. Denn, das haben diese zehn jungen Menschen verstanden, Europa geht uns alle etwas an.

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Stuttgarter Stiftungen aus dem Stiftungsnetzwerk Region Stuttgart e. V. setzen sich aktiv für Europa ein, sei es durch den Wahlkampf begleitetende Gesprächsrunden (Bürgerstiftung Stuttgart), deutschlandweit medial beachtete Preise (theodor heuss Preis) oder Seminare für Jugendliche, wie das hier beschriebene Europaseminar der Gips-Schüle-Stiftung. Denn Europa geht uns alle an.

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