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Geben heißt Einfluss nehmen: Der deutsche Stifterinnenpreis 2018 geht an filia-Mitgründerin und Spendenaktivistin Ise Bosch

Mittwoch, 16. Mai 2018
Ise Bosch (rechts) mit Sonja Schelper, Geschäftsführerin der Stiftung auf einer Jahresversammlung. Foto: Heike Günther

„Stiften und Spenden wird normaler Weise als Luxus angesehen, nicht als Strategie für sozialen Wandel.“ Ise Bosch Januar 2018. Das Wirken von Ise Bosch ist dafür ein Gegenbeispiel und erhält mit diesem Preis eine bundes- und europaweite Würdigung.

Der Bundesverband deutscher Stiftungen setzt ein Zeichen in Richtung einer neueren Entwicklung: von der konservativen hin zu einer progressiven Philanthropie, die sich stärker an den Interessen der Geförderten ausrichtet. „Change, not Charity“ ist dabei das Schlagwort: Strukturelle Veränderungen werden angestrebt, nicht Almosen verteilt. Sozialer und kultureller Wandel im Interesse von Frauen und Mädchen, im Interesse von mehr Geschlechterdiversität, mehr Chancengerechtigkeit. Ihr Engagement als Spenderin und Stifterin macht einen Unterschied: Für Frauen und Mädchen, für LGBTIQ (Lesbian Gay Bisexual Trans Intersex Queer) weltweit, gegen Rassismus und Ausgrenzung in Deutschland.

Eine ungewöhnliche Stifterin wird hier gewürdigt. In ihrer Rolle als Erbin und Enkelin der berühmten Bosch-Familie wird sie gerne interviewt. Aber die Themen, für die sie sich engagiert und die Art und Weise, wie sie es tut, kommen in den Beiträgen oft zu kurz. Mit diesem Preis werden beide Aspekte in den Mittelpunkt gerückt und gewürdigt.

Ungewöhnlich ihre Zielgruppen, ungewöhnlich ihr philanthropischer Weg. Ise Bosch nutzt die Chance, etwas Großes bewegen zu können und setzt ihr Erbe strategisch und vielfältig ein:

Sie bildet Plattformen für Beteiligung und versammelt Gleichgesinnte.

filia.die frauenstiftung gründete Ise Bosch mit acht weiteren Frauen 2001, das ErbinnenNetzwerk Pecunia 2003. „Was das Thema der Geschlechtergerechtigkeit für Mädchen und Frauen anbelangt, ist mir das bislang geringe Interesse unverständlich. Hier geht es immerhin um die Hälfte der Bevölkerung. Da gibt es einen blinden Fleck in der Wahrnehmung. Gleichzeitig werden gegenwärtig in Teilen der Welt die Menschenrechte attackiert. Besonders jene, die die Zivilgesellschaft und – besonders aggressiv – die Rechte der Frauen auf ihre sexuelle Selbstbestimmung schützen. Wo Gesellschaften nationalistischer und militaristischer werden, verstärkt sich der hetero-normative Druck. Besonders dort sollte unsere Unterstützung sich hinwenden.“, Ise Bosch, Januar 2018

filia.die frauenstiftung ist angetreten, das zu verändern. Hier werden Geld, Ideen und Projekte zusammen gebracht. Mitmachen verändert einen selbst und die Welt. „Es ist ein leichter und direkter Weg, das Geld in die Frauenbewegung zu geben“, Ise Bosch 2018. filia-frauenstiftung.de/en/filia-foerdert/beispiele 

Sie mischt sich ein.

Mit der Gesellschaft für gemeinnütziges Privatkapital Dreilinden schuf sie eine Basis, um Menschen, deren sexuelle Orientierung und Geschlechts-Identität, Ausdruck und Geschlechtsmerkmale (auf Englisch kurz SOGIESC) nicht der gängigen Norm entsprechen, direkt zu unterstützen. Während filia als Gemeinschaftsstiftung unabhängige Strukturen aufgebaut hat, ist sie hier allein Entscheidende: An welche Organisationen Mittel vergeben werden, welche Studien gefördert werden, welche Institutionen einbezogen, welche Netzwerks aufgebaut werden.

Als Spendenaktivistin ist sie auch Buchautorin. 

Für alle, die sich noch nicht entschieden haben, ob und wie sie das, was sie übrig haben, einsetzen möchten, hat sie das Buch „Besser spenden“ verfasst. Es inspiriert und ermutigt. http://www.besser-spenden.de/. 2018 erscheint ihr neues Buch zu transformativer Philanthropie.

Sie beeinflusst soziale Investitionen. 

Indem sie ihr Geld ausschließlich in ethische und an ihren philanthropischen Zielen orientierte Geldanlagen investiert, übt sie eine Vorbildfunktion aus.

Preisverleihung am 16. Mai 2018

Am 16. Mai 2018 um 19.00 Uhr erhält Ise Bosch den Preis in Nürnberg. Die Festveranstaltung findet im Rahmen des Deutschen StiftungsTages statt. Um die 2000 Stiftungsver-treterinnen und –vertreter, Stifter und Stifterinnen werden an der größten europaweiten Preisverleihung für Stiftungsarbeit teilnehmen. Der Preis ist undotiert.

Panel am 17. Mai 2018

Geben heißt Einfluss nehmen – filia.die frauenstiftung lädt auf dem Deutschen Stiftungstag in Nürnberg ein zur Diskussion über Philanthropie für eine gleichberechtigte und diverse Gesellschaft.

Diskussionsrunde: Ise Bosch, Spendenaktivistin, Preisträgerin Deutscher Stifterpreis 2018; Dr. Wilfried Vyslozil, Vorstandsvorsitzender SOS Kinderdörfer, München; Sonja Schelper, Geschäftsführerin filia.die frauenstiftung, Hamburg; Moderation: Anja Paehlke

(Quelle: filia.die frauenstiftung)

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