News

« Zurück

"Junge Menschen sind die entscheidenden Innovationstreiber." Kongress Mission M 2018: Nachwuchs und erfahrene Manager fordern mehr Risikobereitschaft, Förderung und Fairness

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Stuttgart (ots) - Gestern Abend endete in Stuttgart Mission M, der erste Kongress für junge Nachwuchskräfte im Mittelstand. Dort diskutierten Vertreter der Generation Y mit Entscheidern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über die Zukunft des deutschen Mittelstandes. Klar ist: Die Arbeitswelt verändert sich rasant und radikal; wer in seiner Komfortzone bleibt, verliert den Anschluss. Mittelständler und Digital Natives sagen, was sich ändern muss und präsentieren drei Vorschläge für künftigen Unternehmenserfolg.

Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und Digitalisierung - das sind nur einige der aktuellen und künftigen Herausforderungen für mittelständische Unternehmen in Deutschland. Um sie zu bewältigen, spielen junge Menschen zwischen 20 und 35 Jahren eine entscheidende Rolle. Der zweitägige Kongress wurde von der Baden-Württemberg Stiftung veranstaltet. Mission M 2018 hat mittelständische Unternehmen erstmals in einem innovativen Format mit den Wünschen und Forderungen der Generation Y zusammengebracht. Die Kernfrage war: Wie können mittelständische Unternehmen die gut ausgebildeten, jungen und motivierten Mitarbeiter von sich überzeugen und langfristig binden?

Diese Frage diskutierten insgesamt mehr als 30 Rednerinnen und Redner im Stuttgarter Haus der Wirtschaft - darunter die Bundesvorsitzende der Jungen Unternehmer, Sarna Röser; Steffi Burkhart, Autorin, Dozentin und Generation-Y-Vertreterin; Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in Baden-Württemberg; Christopher Essert, Gründer und Geschäftsführer der Essert GmbH und Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des schwäbischen Outdoor-Ausrüsters VAUDE. Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, resümiert: "Mit Mission M haben wir eine ganz neue Plattform geschaffen, auf der Unternehmer und junge Menschen sich auf Augenhöhe begegnen und konstruktiv über aktuelle Veränderungen in der Arbeitswelt diskutieren. In Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden wachsen so fruchtbare Ideen und Verbindungen - mit hoffentlich richtungsweisender Wirkung."

"Wir brauchen eine Jugendquote in Führungspositionen!"

Dass viele Unternehmen sich stark verändern müssen, um junge Mitarbeiter anzulocken und anschließend zu halten, davon ist auch Steffi Burkhart überzeugt. Die promovierte Psychologin, Autorin und Unternehmensberaterin gehört selbst zur Generation Y und weiß, wovon sie spricht. "Als Millenials sind wir quantitativ in der Minderheit, aber qualitativ sind wir eine wichtige Generation. Wir haben die Deutungshoheit über die wichtigste Massentechnologie unserer Zeit - das Internet. Die deutsche Wirtschaft muss sich dringend digitalisieren und innovativ bleiben. Dafür brauchen wir das digitale Können und die Kreativität der jungen Generation; junge Menschen sind der entscheidende Innovationstreiber. Berücksichtigt man außerdem noch den demographischen Wandel, wird klar, dass junge Menschen in Unternehmen unverzichtbar sind. Ich plädiere daher für eine Jugendquote in Führungs- und Spitzenpositionen, um die Mentalität der Millenials in alle Entscheidungsebenen zu tragen. Unternehmen sollten junge Arbeitnehmer frühzeitig einbinden, ihnen Verantwortung übertragen und sie fördern."

"Wir müssen raus aus unserer Box und offen für Neues sein!"

Auch der 33-jährige Innovationspsychologe und Wirtschaftswissenschaftler Christoph Burkhardt ist überzeugt, dass sich in vielen deutschen Unternehmen Dinge ändern müssen, damit sie innovativ und wettbewerbsfähig bleiben. In seiner Wahlheimat San Francisco erlebt er mehr unternehmerische Risikobereitschaft und weniger Angst vor dem Scheitern. Das wünscht er sich auch hierzulande und fordert: "Wir müssen raus aus unserer Box und offen für Neues sein. Innovation wird oft von Menschen getrieben, die außerhalb ihres Feldes arbeiten, frische Ideen und neue Perspektiven mitbringen. Wir müssen uns einbringen und Dinge ausprobieren ohne Furcht, etwas falsch zu machen. Es ist nicht immer leicht, mit einer sich ständig verändernden Welt Schritt zu halten, aber es gibt keine Alternative. Der Drang Neues zu schaffen und Bestehendes zu verbessern ist nicht nur eine Frage des technologischen Fortschritts, sondern eine zutiefst menschliche Eigenschaft."

"Wir brauchen mehr Transparenz und Fairness"

Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des Outdoor-Ausrüsters VAUDE, weiß aus eigener Erfahrung, dass Innovationskraft und Führungsstil als ausschlaggebende Erfolgsfaktoren zusammenhängen. "Ich kann mich sehr gut in die Generation Y hineinversetzen und nachvollziehen, welche Werte für sie wichtig sind. Transparenz, Fairness und gutes Wirtschaften sollten generell in Unternehmen einen höheren Stellenwert bekommen; genauso wie Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. Bei VAUDE etwa sind ökologische und soziale Nachhaltigkeit zentrale Leitlinien. Uns liegen die Mitarbeiter mit ihren beruflichen und privaten Bedürfnissen am Herzen. Nach unserer Erfahrung sind Mitarbeiter, die Beruf, Freizeit und Familie gut vereinbaren können, sehr engagiert und leistungsfähig. Wir fordern unsere Mitarbeiter auf, mitzugestalten und freuen uns, wenn sie Verantwortung übernehmen und sich mit Begeisterung einbringen. Voraussetzung dafür ist, dass Unternehmen und Mitarbeiter offen verhandeln, wie sie zusammenarbeiten möchten."

(Quelle: Baden-Württemberg Stiftung gGmbH, übermittelt durch news aktuell)

Baden-Württemberg Stiftung gGmbH


Kontakt

Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
Kriegsbergstraße 42
70174 Stuttgart

Kooperations- & Medienpartner

© 2019 »Wir tun Gutes« Stiftungsführer, Michel und Stich GmbH
Alle Rechte vorbehalten