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Merkel überreicht Deutschen Afrika-Preis an kenianische IT-Pionierin Juliana Rotich

Montag, 28. Oktober 2019
Foto: © Deutsche Afrika Stiftung

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel überreichte gestern Abend den Deutschen Afrika-Preis an die Kenianerin Juliana Rotich, die hiermit für ihr herausragendes soziales und unternehmerisches Engagement im Bereich der digitalen Revolution in Afrika ausgezeichnet wurde.

In einer feierlichen Zeremonie mit über 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gratulierte die Bundeskanzlerin im Allianz Forum am Brandenburger Tor Frau Rotich zur Auszeichnung und lobte die Kenianerin für ihr “herausragendes gesellschaftspolitisches Gespür und unternehmerisches Können". Juliana Rotich sei ein Vorbild für Frauen, die mit ihren Ideen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung nicht nur des afrikanischen Kontinents vorantreiben können. “Ihr Erfolg macht vielen anderen Frauen Mut. Sie zeigen, was und wie viel man mit guten Ideen und mit Entschlossenheit bewegen kann - wirtschaftlich, gesellschaftlich und über die eigenen Landesgrenzen hinaus. Wir brauchen Menschen wie Sie, die Mut für Neues haben und damit auch andere anstecken”, so die Bundeskanzlerin.

Rotich zeigte in der Vergangenheit mehr als einmal, wie digitale Produkte „made in Africa“ nicht nur die Entwicklung des afrikanischen Kontinents nachhaltig vorantreiben, sondern auch den weltweiten Informationsfluss revolutionieren und den Weltmarkt erobern können. Dabei steht für die Kenianerin stets der gesellschaftliche Nutzen im Zentrum ihrer Arbeit. Als Mitgründerin der Open-Source-Plattform Ushahidi, auf der Nutzer Ereignisse wie Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsvorfälle oder Wahlbetrug per SMS oder E-Mail in Echtzeit hochladen und auf einer Online-Karte geographisch verorten können, ist es Juliana Rotich gelungen, eine einzigartige Mischung aus sozialem Aktivismus, Bürgerjournalismus und Geoinformationen zu schaffen. Inzwischen wird Ushahidi in über 160 Ländern zur Krisenreaktion, Wahlbeobachtung sowie Einforderung von Transparenz und öffentlicher Rechenschaftspflicht angewandt und erreicht somit Millionen von Menschen. In dem Technologieunternehmen BRCK, welches Rotich mitgründete, war sie maßgeblich an der Entwicklung eines batterie-, bzw. solarbetriebenem Multiverbindungsgerät beteiligt, welches bis zu acht Stunden ohne Strom auskommt - somit ermöglicht der sogenannte SupaBRCK auch Menschen in infrastrukturschwachen und Krisenregionen zuverlässigen Internetzugang und folglich Partizipation an der digitalen Welt.

Mit ihrem neuesten Projekt Scale möchten Rotich und ihr Team kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Bewerbung auf Ausschreibungen der kenianischen Regierung unterstützen, von denen 30% für Jungunternehmer, Frauen und Menschen mit Behinderungen vorgesehen sind, die bisher nicht voll ausgeschöpft werden. Scale soll durch die Erhöhung der Auftragsvergabe an qualifizierte KMU nicht nur zur wirtschaftlichen Inklusion marginalisierter Gruppen beitragen, sondern insbesondere dringend benötigte Jobs in der Privatwirtschaft schaffen.

Rotich hat den Preis Learning Lions gewidmet, einem IT-Schulungszentrum in Turkana, Kenia, welches jungen Erwachsenen in entlegenen Gebieten mit IT-Kenntnissen vermittelt und es ihnen ermöglicht, digitale Unternehmen zu gründen. So können diese ihren Lebensunterhalt von ihrem Wohnort aus zu verdienen, ohne in die urbanen Ballungszentren ziehen zu müssen. Der Preis ist somit zugleich Motivation und Anerkennung für das große Talent junger Afrikaner und Afrikanerinnen, die mit Hilfe von Technologie Lösungen für alltägliche Herausforderungen bereitstellen.


Mit dem Deutschen Afrika-Preis ehrt die Deutsche Afrika Stiftung mit Sitz in Berlin seit 1993 herausragende Persönlichkeiten des afrikanischen Kontinents, die sich in besonderer Weise nachhaltig für Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Kunst und Kultur, soziale Marktwirtschaft und gesellschaftliche Belange einsetzen. Der Preis ist der wichtigste seiner Art in Deutschland und wird traditionell von einem hochrangigen Vertreter der deutschen Verfassungsorgane übergeben.

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