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PRO DIVERSITY 2018: Disruption und Evolution – wie lähmend wirkt Konvention?

Donnerstag, 03. Mai 2018

Frankfurt, 26.04.2018 – „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung“ prognostizierte Kaiser Wilhelm II. Anfang des 20. Jahrhunderts die Zukunft der Mobilität. Diese Vorausschau hat sich nicht annähernd bewahrheitet. Sie spiegelt die Besorgnis der Gesellschaft gegenüber Neuheiten wider. Wie lähmend solche Bedenken sein können, zeigen Beispiele aus der Wirtschaft wie Nokia, Neckermann oder Kodak.

Die Heraeus Bildungsstiftung wollte solchen Fragen auf den Grund gehen und veranstaltete am Donnerstag, 26. April 2018 ab 18:30 Uhr im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt am Main in Kooperation mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und BCG – The Boston Consulting Group die Podiumsdiskussion PRO DIVERSITY 2018.

Unter dem Titel „Disruption und Evolution – wie lähmend wirkt Konvention?“ wollte die Stiftung wissen, auf welche Neuerungen wir uns einlassen können oder auch müssen, ohne uns selbst in Frage zu stellen. Zahlreiche Antworten erhielt sie von ihren Gästen auf dem Podium und im Publikum. Unter Moderation des Journalisten und Buchautoren Manuel J. Hartung, Ressortleiter von ZEIT CHANCEN, diskutieren in diesem Jahr folgende Experten auf dem Podium: Prof. Dr. Angelika Brandt, Leiterin Marine Zoologie, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung; Andreas Krebs, Aufsichtsratsvorsitzender, Merz GmbH & Co. KGaA; Felix Oldenburg, Generalsekretär, Bundesverband Deutscher Stiftungen und Maximilian Viessmann, Co-CEO und Mitglied des Executive Boards, Viessmann Werke GmbH & Co. KG.

Aktueller Erfolg einer Institution wie ein Unternehmen oder auch eine Fußballmannschaft haben keine Ewigkeitsgarantie auf ihren Erfolg. Technische und gesellschaftliche Entwicklungen zu erkennen und richtig einzuschätzen sei eine Kunst, die nicht aus dem Elfenbeinturm heraus zu verwirklichen sei. Vielmehr sei die Nähe zum Markt, zu den Kunden notwendig. Durch Maximilian Viessmann erfuhren die Zuhörer, wie ein traditionsverbundenes Familienunternehmen mit fortschrittlicher Technik in die Zukunft blickt. Andreas Krebs zeigte aus Sicht eines Managers mit weltweiten Erfahrungen, welche Wertekonflikte entstehen können. Angelika Brandt beleuchtete das Thema aus Sicht der Wissenschaft, die zeigt, dass disruptive Änderungen generell notwendig sind, um Evolution hervorzurufen, während Felix Oldenburg den zivilgesellschaftlichen Aspekt verdeutlichte: Das Übernehmen von Verantwortung jedes Einzelnen sei wichtig, also dass niemand Innovationen nur von jenen erwarten dürfe, die eine formale Verantwortung haben. Jeder müsse sich das selber zutrauen. Dies zu vermitteln sei sein Anspruch an Bildung, wodurch der Bogen zur Bildung geschlagen war.

Weitere Anregungen, welche Änderungen die Bildungslandschaft vorteilhaft vorantreiben könnten, erhielt der Moderator unter anderem aus dem Publikum. So sprach sich der ehemalige Hessische Ministerpräsident Roland Koch für das Auflösen altbewährter Klassenverbände zugunsten individualisierter Lernmethoden nach Vorbildern aus Großbritannien oder den Niederlanden (Steve-Jobs-Schulen) aus.

Ein positives Beispiel für die Eigenverantwortung der Schülerschaft lieferte die Schulsprecherin der Otto-Hahn-Schule Hanau, Chiara Jung, mit ihrem Projekt „Studyforlife“, bei dem auf Basis einer Schülerumfrage eigenständig Workshops zu lebensnahmen, die Schüler bewegenden Themen (z. B. Mietverträge, Steuererklärung) initiiert werden.

Als Resümee des Abends forderte Dr. h.c. Beate Heraeus, dass wir bei aller Notwendigkeit und dem Willen für Veränderung die Leute, so auch die Lehrer, mitnehmen müssen. Veränderung per Verordnung wie „mit der Dampfwalze“ seinen nicht möglich. Ein Erfahrungsaustausch von Vorbildschulen könnte ein Anfang sein – ein Anliegen der Heraeus Bildungsstiftung. „Man geht in die Zukunft Schritt für Schritt und nicht mit Riesensprüngen. Das schafft keiner von uns“, sage die Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung, bevor Manuel Hartung die Anwesenden zur weiteren Diskussion im Anschluss einlud.

(Quelle: Heraeus Bildungsstiftung)

HanauBertha Heraeus und Kathinka Platzhoff Stiftung (Heraeus Bildungsstiftung)

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