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Testamentsvollstreckung und Nachlasspflegschaft

29. Oktober 2018 | Gründung & Co.

Testamentsvollstreckung 

Bei einer Stiftungserrichtung von Todes wegen sollte sich der Erblasser die Frage stellen, ob er eine Testamentsvollstreckung anordnen soll. Die Aufgaben des Testamentsvollstreckers legt der Erblasser in seiner Verfügung von Todes wegen fest. 

Der Testamentsvollstrecker hat eine starke Stellung, da er keiner gerichtlichen Kontrolle unterliegt. Einzig die Erben üben eine Kontrollfunktion aus. Deren wichtigstes Kontrollinstrument ist die Verpflichtung des Testamentsvollstreckers zur umgehenden Erstellung eines Nachlassverzeichnisses mit Aktiva und Passiva. Grundsätzlich kann jedermann Testamentsvollstrecker werden. So können auch juristische Personen zum Testamentsvollstrecker eingesetzt werden. Um eine erfolgreiche Testamentsvollstreckung zu gewährleisten, sollte der Testamentsvollstrecker über besondere Eigenschaften verfügen. Er sollte das volle Vertrauen genießen, menschlich qualifiziert sein und über ausreichende Kenntnisse der rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge verfügen. Ebenfalls sollte der Testamentsvollstrecker genügend Zeit für die Ausübung seiner Tätigkeit haben.

Der Regelfall ist die Abwicklungsvollstreckung. Bei dieser hat der Testamentsvollstrecker dafür zu sorgen, dass die letztwilligen Anordnungen des Erblassers ausgeführt werden. Diese können insbesondere in der Erfüllung von Vermächtnissen, Auflagen oder Nachlassverbindlichkeiten sowie der Übertragung des verbleibenden Nachlasses an den oder die Erben bestehen. Als Ansprechpartner für die Testamentsvollstreckung besitzt das Deutsche Stiftungszentrum die nötige Fachkenntnis und Erfahrung mit Stiftungserrichtung und -verwaltung. 

Dienstleistung für die Stiftung

In der Praxis kann der Testamentsvollstrecker in verschiedenen Funktionen bei der Stiftung eingesetzt werden. In welcher Funktion er tätig werden soll, bedarf der gründlichen Abwägung des Erblassers.

Als Gehilfe der Stiftung erbringt er Dienstleistungen für die Stiftung oder dient der Stiftung als Geburtshelfer. Diese Aufgabenzuweisung ist besonders bei der Errichtung einer rechtsfähigen Stiftung von Todes wegen zu empfehlen. Denn so kann der Testamentsvollstrecker das Anerkennungsverfahren der Stiftung durch die zuständigen Stiftungsbehörden vorantreiben.   

Außerdem kann der Testamentsvollstrecker selbst als Teil eines Organs der Stiftung eingesetzt werden, etwa als Mitglied des Vorstands oder des Stiftungsrats. Eine weitere Aufgabe des Testamentsvollstreckers kann darin bestehen, den Willen des Stifters als Kontrolleur der Stiftung fachkundig umzusetzen.

Dem Testamentsvollstrecker steht nach dem Gesetz eine angemessene Vergütung für die Ausübung seines Amtes zu. Welcher Betrag angemessen ist, legt der Erblasser fest. Auch kann der Erblasser eine Vergütung ausschließen, jedoch birgt dies das Risiko, keinen professionell agierenden Testamentsvollstrecker zu erhalten.

Die Vergütung kann als Pauschalgebühr (zum Beispiel 3 % des Bruttonachlasswertes) oder nach zeitlichem Aufwand berechnet werden. Wenn keine individuelle Vereinbarung getroffen wird, kann man sich an den Vergütungstabellen orientieren, die in der Praxis gebräuchlich sind.

Diese Tabellen haben gemeinsam, dass die Vergütung auf der Grundlage eines Vomhundertsatzes des Bruttonachlasswertes errechnet wird. Zu dieser Regelgebühr können im Einzelfall je nach Aufwand und Schwierigkeitsgrad Zuschläge für die Konstituierung, Verwaltung und Auseinandersetzung des Nachlasses erhoben werden. Eine anerkannte Tabelle ist die Neue Rheinische Tabelle des Deutschen Notarvereins.

Nachlasspflegschaft

Nachlasspfleger 

Wird durch Erbeinsetzung eine rechtsfähige Stiftung errichtet und kein Testamentsvollstrecker bestellt, bestimmt das Nachlassgericht im Regelfall einen Nachlasspfleger. Der Nachlasspfleger ist in diesem Fall für das Anerkennungsverfahren der zu errichtenden Stiftung verantwortlich und ist dem Nachlassgericht zur Rechenschaft verpflichtet. Bei der Errichtung einer treuhänderischen Stiftung hingegen besteht kein Erfordernis für eine Nachlasspflegschaft. Dies ist so, weil der Träger und Treuhänder der späteren Stiftung dazu verpflichtet ist, alle Maßnahmen zur Errichtung der Stiftung durchzuführen.

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