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Bedrohte Wildbienen schützen

19. Juni 2019 | Magazin

Artenreiche Bestäuber vor unserer Haustür

Wildbienen zeigen eine erstaunliche Artenvielfalt, da sie sich in ihrer Evolution an die jeweilige Umgebung angepasst haben. Tatsächlich gibt es an die 590 Wildbienenarten in ganz Deutschland. Das klingt gut, aber über 50 Prozent stehen bereits auf der Roten Liste, was zu nachhaltigen Problemen führt. Die Wildbienen sind wichtige Bestäuber für bestimmte Wildblumen und tragen wesentlich zum jährlichen Ernteertrag bei. Auch Hummeln gehören zu den Wildbienen. Sie sind für das Hamburger Umland von großer Bedeutung, denn sie fliegen im Frühjahr bereits bei niedrigen Temperaturen und bestäuben die Apfelblüten im Alten Land. Leider wird der Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten knapp. Wenn es also immer leiser summt und brummt in Stadt und Land, verabschiedet sich nicht nur ein klein wenig Sommerromantik, sondern ein wesentlicher Bestandteil in dem Natur-Lebenszyklus.

Es gibt einen Hoffnungsschimmer am Horizont ...

Die gute Nachricht ist: Wenn man den winzigen, oft nur einen halben Zentimeter kleinen Bienen geeignete Lebensräume bietet, Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten vorhanden sind, siedeln sie sich schnell an. In Deutschland nisten viele Wildbienenarten in offenen Bodenstellen oder in unbefestigten Wegen. Andere brauchen wurmstichiges Holz oder leere Schneckenhäuser, um sich darin niederzulassen. Sie benötigen je nach Art den Pollen bestimmter Pflanzenarten und sind auf sie angewiesen, um sich vermehren zu können. Doch solche Bedingungen finden die heimischen Wildbienenarten immer seltener, da freie Landschaften rar und häufig eintönig bestellt werden. Was viele nicht wissen: Städte können etwas Ausgleich schaffen, wenn Parks, Friedhöfe, Golfplätze, Kleingärten, Unternehmensgelände und brachliegende Flächen in Blühwiesen umgewandelt werden.

Wildbienenschutz durch die deutsche Wildtier Stiftung in Deutschlands Metropolen

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat bereits früh erkannt, dass den seltenen Wildbienen geholfen werden muss und dass besonders Metropolen dafür großes Potenzial haben. So hat die Stiftung schon 2015 ein umfangreiches Schutzprojekt in Hamburg gestartet und legt mit engagierten Partnern viele wildbienenfreundliche Flächen an.
Die norddeutsche Stadt wird seither ihrem berühmten Gruß „Hummel, Hummel ...“ einmal mehr gerecht, denn es brummt wieder in der Metropolregion. Schon jetzt kann man von Erfolg sprechen, da bereits 100 000 Quadratmeter Wildbienenland geschaffen wurden. Dazu zählen Blühflächen, die mit dem Flughafen Hamburg geschaffen wurden. Oder aktuell die Umwandlung von neun Hektar Ackerland in artenreiches Grünland in Zusammenarbeit mit der Stiftung Ausgleich Altenwerder. Auch der Wildbienenlehrpfad in Hagenbecks Tierpark gehört dazu: Neben Wildbienenlebensraum steht dabei die Wissensvermittlung im Fokus. Und es konnten bereits seltene Wildbienenarten nachgewiesen werden, wie zum Beispiel die Holz-Blattschneiderbiene (Megachile ligniseca).

Es gibt noch viel für uns zu tun, und hier brauchen wir Ihre Unterstützung - Helfen Sie mit!

Mit Ihrer Spende legen wir Blumenwiesen und Nistmöglichkeiten in der Metropolregion Hamburg an. Jede Spende hilft, Wildblumensamen auszusäen und Lebensraum zu schaffen.


Interview mit dem Wildbienen-Experten Manuel Pützstück

Was fasziniert Sie an den Wildbienen?

Keine Wildbiene gleicht der anderen. Solitäre, wo die Namen oft schon verraten, was den einzelnen Nützling auszeichnet – Rote Mauerbiene, Deich-hummel, Wespenbiene und Schmalbiene – sind nur eine kleine Auswahl davon und lassen erahnen, wo die Biene zuhause ist oder wie sie sich tarnt.

Was bedroht die Wildbienen?

Früher haben Wildbienen von der Strukturvielfalt der kleinbäuerlichen Landwirtschaft profitiert. Durch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und Versiegelung von Flächen (z. B. durch Wohnungs- oder Straßenbau) finden sie heute immer weniger Nahrungspflanzen und geeignete Nistplätze.

Und können wir wirklich etwas ändern?

Ja, sogar sehr viel – im Kleinen mit bienenfreundlichen Gärten und im Großen mit der Unterstützung wildbienenfreund-licher Projekte. Im wahrsten Sinne fliegen die Wildbienen auf passgenaue Angebote – die Hilfe kommt an!

Hamburg Deutsche Wildtier Stiftung

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