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Gemeinwohl und Gesellschaft gestalten

13. Juli 2018 | Magazin
Friederike v. Bünau, Geschäftsführerin der EKHN Stiftung

Friederike v. Bünau: Stiftungsführer Magazin Rhein-Main

Gesellschaftliches Handeln manifestiert sich auf vielfältige Art und Weise. Im Non-Profit-Sektor ist die Zahl von Stiftungsgründungen ein Zeichen für eine lebendige Bürgergesellschaft. In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der Stiftungen nahezu verdoppelt. 400 Bürgerstiftungen gibt es in Deutschland. Menschen, die nicht nur mit Geld, sondern mit Zeit und ehrenamtlichen Tun einen Beitrag für ihre Stadt und ihre Region leisten. Am 1. Oktober, dem Tag der Stiftungen, finden mittlerweile bundes- und europaweit Veranstaltungen statt. Die Medien berichten mit steigendem Interesse. Auch Publikationen wie der Stiftungsführer tragen zu mehr Sichtbarkeit von Stiftungswirken in der Öffentlichkeit bei. Sie informieren und geben einen Überblick über die Arbeit der Stiftungen, zeigen Möglichkeiten des zivilen Engagements auf und fördern Kooperationen.

War das philanthropische Engagement früher vor allem mäzenatisch und kirchlich geprägt, agieren viele Stiftungen heute vermehrt wie Unternehmen. Die Stiftungsarbeit professionalisiert sich. Themen wie Markenbildung, Transparenz, Wirkung und Corporate Governance sind selbstverständlich. Es geht nicht mehr nur darum, Gutes zu tun, sondern dieses auch gut, im Sinne von effizient und nachhaltig, zu tun. 

All dies geschieht derzeit unter erschwerten Bedingungen. Die Niedrigzinsphase bedeutet einen tiefen Einschnitt, gerade für kleinere Stiftungen. Das Geld und die Idee, die Sphären Finanzen und Zweck, oftmals strikt getrennt, müssen auf neue Weise zusammengedacht und verknüpft werden. Dass Stiftungskapital immer auch Wirkungskapital sein kann, reflektieren neue Anlagemöglichkeiten wie Mission Investing. Kreative Lösungen sind gefragt, der Stellenwert des Fundraisings wächst, andere Organisationsformen wie die Verbrauchsstiftung oder die Zusammenführung von Stiftungen gewinnen an Bedeutung. 

Die Stiftungswelt ist also in Bewegung. Und teilweise ändert sich mit den beschriebenen Rahmenbedingungen auch das Selbstverständnis der Stiftungen. Ihre Unabhängigkeit ist ihr Kapital. Sie können unterschiedliche Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an einen Tisch bringen. Sie können innovative Lösungen erproben und Räume schaffen, in denen Menschen und Themen sich anders und neu begegnen. Sie können Geschichten des Gelingens erzählen, die aus- und weiterstrahlen. Dabei bleiben sie stets ein Förderer des bürgerschaftlichen Engagements und Motor gesellschaftlicher Veränderung oder auch Bewahrung – je nach Zweck.

Für mich ist es ein privilegiertes Arbeiten mit Menschen, die an einer Gestaltung von Gesellschaft und Gemeinwohl interessiert sind und sich für ein gutes Miteinander einsetzen. Die Kulturstiftung der Evangelischen Kiche in Hessen und Nassau kommt diesem Auftrag nach, indem sie vielfältige Projekte im Dialog von Kirche und Gesellschaft initiiert und fördert. In unserer Region gibt es ein reiches Stiftungsleben, von dem Sie hier lesen und sich anregen lassen können. Viel Freude dabei!

Friederike v. Bünau, Geschäftsführerin der EKHN Stiftung 

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