Artikel Wissen

« Zurück

Leuchttürme für die Gesellschaft

11. Februar 2019 | Magazin
Foto: © Manfred Lautenschläger-Stiftung

Stifterkultur hat gerade im deutschen Unternehmertum eine lange Tradition und basiert unter anderem auf der Überzeugung, dass langfristig erfolgreiches unternehmerisches Handeln ohne ethische Verwurzelung nicht möglich ist. Hinzu kommt die im Grundgesetz verankerte Sozialverpflichtung des Eigentums, aus der aktives bürgerschaftliches Engagement folgt.

Im Sinne dieser Tradition errichtete MLP-Gründer Dr. h.c. Manfred Lautenschläger die in Heidelberg ansässige, nach ihm benannte gemeinnützige Manfred Lautenschläger-Stiftung. Sie engagiert sich für Bildungs- und Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche und für eine unbürokratische Unterstützung von Forschung und Wissenschaft. Toleranz und Integration, hauptsächlich hinsichtlich der im Dritten Reich verfolgten Minderheiten, bilden einen weiteren Schwerpunkt. Besonders am Herzen liegt dem Gründer die Förderung von Projekten, die Leuchtturmcharakter haben, die den Blick über den Tellerrand wagen und solche, die Synergieeffekte durch Kooperationen verschiedener Institutionen freisetzen. 


Förderung zahlreicher Projekte - oft mit regionaler Nähe

Um die Lebenschancen und -umstände von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, fördert die Stiftung unter anderem ganz gezielt deren Zugang zu Bewegung. Denn gerade sportliche Fähigkeiten sind – neben ihren positiven Auswirkungen auf die Gesundheit – auch ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung. Wer mit anderen Sport treibt, nimmt am gesellschaftlichen Leben teil und lernt, Herausforderungen zu meistern. Ein besonders gelungenes Projekt in diesem Bereich ist die Initiative „Schwimmfix“, mit welcher in einem Zeitraum von zehn Jahren mehr als 5 000 Kindern das Schwimmen beigebracht wurde. Das Projekt wurde von der Stiftung gemeinsam mit der Universität Heidelberg entwickelt und wird seit 2017 vom Kultusministerium fortgeführt. 

Ein weiteres Highlight der Stiftung im Bereich der Bildungsförderung für Kinder und Jugendliche: Gemeinsam mit der Kindernothilfe und der Ethiopian Kale Heywet Church (EKHC) errichtete sie 80 Schulen in Äthiopien und sorgte zudem für eine ausreichende Wasserversorgung in den entsprechenden Distrikten. 16 000 Kinder und 4 000 Erwachsene profitieren direkt von diesem Engagement. 

Eines der außergewöhnlichsten von der Stiftung geförderten Projekte ist der Neubau des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin in Heidelberg, die Angelika-Lautenschläger-Klinik. Die Zusammenarbeit von Klinikleitung und Stiftung war hier keinesfalls auf die Dauer des Projektes beschränkt – vielmehr sind alle Beteiligten auch weiterhin eng miteinander verbunden und stehen in intensivem Austausch. Das liegt vor allem daran, dass die Stiftung sich nicht als reine Geldgeberin betrachtet, sondern ihre Projekte gerne persönlich und aktiv begleitet. Deshalb spielt bei der Auswahl der Engagements die Regionalität oftmals eine wichtige Rolle.

Wissenschaft und Kultur im Fokus 

Ebenfalls ein regionales Projekt, aber über die Grenzen der Metropolregion Rhein-Neckar hinaus bekannt, ist der LautenschlägerForschungspreis der Universität Heidelberg, der sowohl international herausragende Wissenschaftler der Universität Heidelberg als auch hervorragende ausländische Wissenschaftler auszeichnet, die der Bildungseinrichtung besonders verbunden sind. Er ist einer der höchstdotierten privaten Forschungspreise in Deutschland. 

Über viele Jahre unterstützte die Stiftung zudem die Digitalisierung der lateinischen Handschriften der bekannten „Bibliotheca Palatina“ durch die Universität Heidelberg und den Vatikan. Hervorzuheben ist außerdem die Unterstützung des Heidelberger Theaters, das kurz vor der Schließung stand. Die Unterstützung durch die Stiftung und das Bekenntnis zur Stadt waren beispielgebend für viele weitere Großspender und führten zur Erhaltung der Spielstätte. 

Toleranz und Integration als Ziel

Gerade in der heutigen Welt sind Toleranz und die Integrationskraft einer Gesellschaft wichtiger als jemals zuvor. Unsere Gegenwart ist geprägt von Globalisierung, einer zunehmenden Mobilität und Kommunikation, Zuwanderung und der Veränderung sozialer Strukturen. Intoleranz und fehlgeschlagene Integration hindern nicht nur die Entwicklung einer Gesellschaft, sondern in letzter Konsequenz auch die Demokratie. 

Deshalb unterstützt die Stiftung verschiedene Projekte, die zu einem friedlichen und akzeptierenden Miteinander in unserer Gesellschaft beitragen. Ein Beispiel dafür ist die Anschubförderung des Mediendienst Integration, der zu einer faktenbasierten und sprachlich fundierten Berichterstattung über die komplexen Themen Flucht, Asyl und Migration beiträgt. 

Ein Projekt, das erst auf den zweiten Blick im Zusammenhang mit Toleranz und Integration steht, ist die Ausgrabung Azekah. Auf den ersten Blick ist diese Ausgrabung ein wissenschaftliches Projekt – und gemessen an den Ergebnissen erfüllt sie auch alle dementsprechenden Ansprüche – dennoch lag und liegt im Fokus sowohl der durchführenden Institute aus Heidelberg und Tel Aviv als auch der Stiftung das Zusammenbringen verschiedener Kulturen und Religionen. Hier arbeiten Christen, Muslime und Juden gemeinsam an einem archäologischen Projekt – verbunden durch ein gemeinsames Ziel, die wochenlangen gemeinsamen Ausgrabungen Seite an Seite und die zusammen gefeierten bedeutenden Funde. Religiöse und kulturelle Unterschiede treten in dieser starken Gemeinschaft nahezu zwangsläufig in den Hintergrund. 

Darüber hinaus gilt: Wer die Zukunft positiv gestalten will, muss sich auch an die Vergangenheit erinnern. So spendete die Stiftung für ein Mahnmal zur Erinnerung an die über Heidelberg aus Baden deportierten Juden. Neben der Förderung des deutsch-jüdischen Austausches möchte die Manfred Lautenschläger-Stiftung besonders auch auf die Situation der Sinti und Roma sowohl während des Zweiten Weltkrieges als auch heute aufmerksam machen. Diese nach wie vor sowohl in Ost- und Südeuropa als auch in Deutschland stark diskriminierte Minderheit gerät allzu oft in Vergessenheit. Um die Lage der Roma in ost- und südeuropäischen Ländern stärker in die Öffentlichkeit zu tragen und diese gleichzeitig auch konkret zu verbessern, wurde deshalb der Europäische Bürgerrechtspreis zusammen mit dem Zentralrat für Sinti und Roma ins Leben gerufen.

(Quelle: Deutscher Hochschulverband)

Download

Download Leuchttürme für die Gesellschaft Leuchttürme für die Gesellschaft pdf, 1,9 MB

Bonn Deutscher Hochschulverband

Kontakt

Deutscher Hochschulverband
Rheinallee 18-20
53173 Bonn

Themen

Kooperations- & Medienpartner

© 2019, “Stiftungsführer” Michel und Stich GmbH
Alle Rechte vorbehalten