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Nele Neuhaus: "Meine Empfehlung ist klar: Kooperieren Sie!"

28. Dezember 2018 | Magazin
Nele Neuhaus. Bild: © Gaby Gerster

Nele Neuhaus: Stiftungsführer Magazin Rhein-Main (Nr. 12)

"Viele Köche verderben den Brei." Das mag auf zahlreiche Tätigkeiten und Projekte zutreffen. Bei der Stiftungsarbeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass jede Art der Zusammenarbeit am Ende für alle Beteiligten nutzbringend ist. Deshalb trifft diese Aussage in den meisten Fällen für den zivilgesellschaftlichen Sektor nicht zu. Ganz im Gegenteil. Hier ist Kooperation ein wichtiger Schlüssel zur individuellen Entwicklung der beteiligten Partner.

Als Schriftstellerin ist meine Arbeit in den langen Phasen der Entstehung einer Geschichte eine einsame Tätigkeit. Nur wenn ich konzentriert und alleine arbeiten kann, werden meine Geschichten so, wie ich sie mir vorstelle. Gegen Ende des Entstehungsprozesses eines Buches ist jedoch Kooperation unvermeidlich. Die Arbeit mit dem Lektorat, die Koordination von Herstellungs- und Auslieferungsterminen, Lesungen und Pressetermine sind nur einige Beispiele, die ohne verzahntes Arbeiten im Chaos enden würden. Bei der Entstehung eines Buches arbeiten viele eigenständige Partner, teilweise sogar miteinander konkurrierende Unternehmen, zusammen.

Nun bin ich inzwischen nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Stifterin. Der Schwerpunkt der in 2011 gegründeten Nele Neuhaus Stiftung liegt in der Förderung der Lese-, Schreib- und Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen.

Das Lesen verbessert die Ausdrucksfähigkeit. Da wir in Sprache denken, unterstützt ein guter Wortschatz viele weitere Kompetenzen, die in einer wettbewerbsgetriebenen Gesellschaft wie der unseren eine gute Ausgangssituation für die Jugendlichen sichert.

Gemeinsam mit vielen verschiedenen Akteuren haben wir inzwischen über 50 einzelne Projekte unterstützt. Um das alleine zu erreichen, hätten uns die Möglichkeiten gefehlt. Nur mit einer klaren Rollen- und Aufgabenverteilung konnten wir diese Leistung erbringen. Dabei war die Nele Neuhaus Stiftung oft nur die entscheidende Ergänzung eines guten Projektes, dem einfach nur ein oder zwei Mosaiksteine zum gewünschten Erfolg fehlten.

Eine starke Zivilgesellschaft kann mehr bewegen, wenn sie aus vielen starken Einzelorganisationen besteht. Dann würde Zusammenarbeit als Gewinn empfunden werden. Ein Anfang jeglicher Kooperation im Stiftungswesen kann schon der Besuch von Stiftungsnetzwerktreffen und Veranstaltungen sein.

Dort besteht die Möglichkeit zum Austausch über alle Themen, die Stiftungsverantwortliche umtreiben. Von Datenschutzfragen über Projektideen bis hin zu Organisations- oder Vermögensfragen können bei Netzwerktreffen Kontakte geknüpft und Inhalte ausgetauscht werden. Nicht selten ergeben sich daraus langfristige Partnerschaften mit hoher Wirkungskraft.

Meine Empfehlung ist klar: Kooperieren Sie!

Vielleicht finden Sie ja beim Studium dieser Stiftungsführer-Ausgabe eine mögliche Partnerstiftung, mit der Sie gemeinsam für die Zukunft einen regelmäßigen Austausch, ein Projekt oder gar eine organisatorische Zusammenarbeit planen können.

Nele Neuhaus, Gründerin Nele Neuhaus Stiftung

Wiesbaden “Stiftungsführer”

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Luisenstraße 8
65185 Wiesbaden

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