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Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt: "Begegnen, begleiten, bewegen“

18. Januar 2019 | Magazin
Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt. Foto: © Jerome Gravenstein

"Begegnen, begleiten, bewegen“ ist das Motto der 1997 gegründeten Initiative Frankfurter Stiftungen e. V., die vor Kurzem mit über 200 Teilnehmern den Frankfurter Stiftungstag durchgeführt hat. Es wäre ein geeignetes Motto auch für diesen Stiftungsführer. Es ist ja klug, Stiftungen zusammenzuführen. Gewiss, wir sind zu Recht Individualisten. Gerade von der Pluralität unserer Ansätze verspricht sich der freiheitliche Staat letztlich kreative Impulse für die Weiterentwicklung der offenen Gesellschaft. 

Und doch ist es sinnvoll, dass wir voneinander wissen. Denn nur so können wir Doppelarbeit und Fehler vermeiden, Lücken koordiniert schließen und bestmögliche Ergebnisse zum gegenseitigen Nutzen austauschen. Nur so können wir auch unsere Kräfte bündeln und zu koordiniertem Vorgehen kommen. Und wer will heute bestreiten, dass wir Koordination brauchen, auch mit der öffentlichen Hand? Die Initiative Frankfurter Stiftungen hat im zurückliegenden November ihren Frankfurter Stiftungstag deshalb der Zusammenarbeit von Stiftungen mit der öffentlichen Hand, insbesondere mit der Kommune, gewidmet. In gut besuchten Dialogforen wurde freimütig über Lücken im System und mögliche gemeinsame Themen und Projekte gesprochen. 

Das Thema des wechselseitigen Verhältnisses von Stiftungen und öffentlicher Hand war nicht nur aus der gesellschaftlichen Dringlichkeit heraus geboren. Denn ohnehin sind Stiftungen und Staat gut beraten, viel voneinander zu wissen, aus ihren unterschiedlichen Rollen – hier die Flächenversorgung der Bevölkerung, da punktuelle modellartige Verbesserungsansätze – das jeweils spezielle Wissen zusammenzutragen, um zu sehen, was wir voneinander lernen können, was wir aber auch daraus gemeinsam für die Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse schöpfen und möglicherweise auch anpacken können. Das könnte die Effizienz, die Wirkung unseres Tuns noch steigern. Wenn wir unsere unterschiedlichen Rollen klar erkennen, kann sich zugleich die Normalität einer gedeihlichen Zusammenarbeit entwickeln, und in einer Reihe von Fällen praktizieren wir das ja bereits schon. 

Ich wünsche uns Stiftungen, dass auch von diesem Stiftungsführer aus neue Kontakte und fruchtbare Ideen der Zusammenarbeit sowohl in unserer eigenen Stiftungsszene als auch mit Vereinen und der öffentlichen Hand hervorgehen mögen. 

Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt 
Vorstandsvorsitzender der Initiative Frankfurter Stiftungen und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft

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