Artikel Wissen

« Zurück

Schau mir in die Augen - Von der neuen Kultur der Zusammenarbeit

30. Juli 2018 | Magazin
Vorstandsteam des Stiftungsnetzwerks Region Stuttgart: Edith Wolf, Dr. Stefan Hofmann, Irene Armbruster.

Stiftungsnetzwerk Region Stuttgart: Stiftungsführer Magazin Stuttgart / Baden-Württemberg

Liebe Stifterinnen und Stifter, liebe Stiftungsmitarbeiter,

wir möchten Sie einladen, gleich zu Beginn über eine Vision nachzudenken: Stellen Sie sich vor, es gibt ein Problem in Ihrer Stadt oder Ihrem Dorf. Es findet sich eine neutrale angesehene Organisation, die alle Beteiligten und Betroffenen zusammenruft. Alle einigen sich auf ein gemeinsames Ziel, ein Konzept wird entwickelt und von allen Beteiligten gemeinsam umgesetzt. Der ganze Prozess wird moderiert und gemanagt, Zwischenergebnisse immer wieder überprüft und wenn nötig umgesteuert. Collective Impact heißt dieses Vorgehen, längst überall auf der Welt erfolgreich umgesetzt. 

Ein gemeinsames Handeln in diesem Sinne ist bei Stiftungen oft noch eine Vision, obwohl die Komplexität der anstehenden Zukunftsthemen längst nicht mehr von einzelnen Organisationen gelöst werden können. Diese Vision muss weitergedacht werden: Auch Unternehmen, die Verwaltung, die Zivilgesellschaft in ihrer gesamten Unterschiedlichkeit sind eingeladen an der Lösung von gesellschaftlichen Problemen mitzuarbeiten. Dabei geht es auch um Geld, aber nicht nur: Es geht um Know-how, auf die Bereitschaft sich auf offene Prozesse einzulassen und vor allem – und sehr grundsätzlich – um die Bereitschaft auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. 

Die Stuttgarter Stiftungen haben sich vor mehr als zehn Jahren zusammengeschlossen. Inzwischen sind 154 Mitglieder in diesem Netzwerk organisiert. Dabei geht es längst nicht mehr nur um das Voneinanderwissen und den Erfahrungsaustausch. Arbeitskreise greifen Themen auf, gemeinsam entwickelt und finanziert man Projekte und Strukturen – und schaut ganz im Sinne von Collective Impact kritisch auf die Ergebnisse.

Diese Kooperation und erst recht die Einbeziehung anderer Partner muss geübt werden. Es verlangt die Verständigung auf gemeinsame Ziele, es bedeutet Abstand zu nehmen von kurz aufflackernden Leuchtturmprojekten und Ego-Aktionen. Es braucht Vertrauen, Geduld und sehr viel Professionalität im Gestalten von Prozessen und Entwickeln von passenden Instrumenten. Dank dieser Zusammenarbeit ist in Stuttgart zum Beispiel ein Ausbildungscampus für junge Geflüchtete und eine stadtweite Koordination der bürgerschaftlich Engagierten in der Flüchtlingsarbeit entstanden.

Kooperation ist eine Haltung: Sie heißt Konkurrenz überwinden, Ownership teilen und fortwährende Kommunikation organisieren. Kooperation ist aber auch eine Haltung, die Sinn stiftet, Menschen begeistert und neue Ressourcen hebt. Nur wenn wir in guter Stimmung die Herausforderungen angehen und gemeinsam neue Dinge richtig groß denken und manches gut hinbekommen, sind wir als Stiftungen ein guter Partner für alle anderen, die auch die Welt verändern wollen. Allein bekommen wir es nicht hin – nirgends. Setzen wir diese Vision gemeinsam um.

Edith Wolf, Dr. Stefan Hofmann, Irene Armbruster
Vorstandsteam des Stiftungsnetzwerks Region Stuttgart

Wiesbaden“Stiftungsführer”

Kontakt

“Stiftungsführer” Michel und Stich GmbH
Luisenstraße 8
65185 Wiesbaden

Kooperations- & Medienpartner

© 2018, “Stiftungsführer” Michel und Stich GmbH
Alle Rechte vorbehalten