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Ein Praktiker-Leitfaden

17. Mai 2018 | Vermögen
Bild: Stefan Rasch (EDR Event Dokumentationen Rasch)

Abseits der klassischen Strategien ertragbringend und sinnstiftend anlegen

Stiftungsforum Rhein-Main 2018 - Um ihrem Stiftungszweck gerecht werden zu können, benötigen Stiftungen jährliche Wertbeiträge aus ihrem Stiftungsvermögen. Eine Vermögensstruktur und Investmentstrategie zu wählen, welche die benötigten Mittel erwirtschaften kann, unter Beachtung der stiftungsrelevanten Nebenbedingungen, ist die Aufgabe einer Vermögensverwaltung.

Oftmals sind Investmentstrategien prozyklisch ausgelegt. Befinden sich die Aktienmärkte bspw. in einem positiven Trend, dann wird die Aktienquote tendenziell angehoben. Den Grundstein hierfür bilden die jeweiligen Prognosen der großen Banken und Kreditinstitute („Wo steht der DAX am Jahresende?“). Zwar fließt viel Wissen in die Erstellung dieser Prognosen ein, es liegt jedoch in der Natur der Sache, dass nicht alle gleichzeitig zutreffen, sondern nur eine. Aber welche?

Prognosefreie Investmentstrategien haben für den Anleger oftmals einen „Black Box“-Charakter. Die Kenntnis, warum Anlagequoten variiert werden, wird mit dem Investor nicht geteilt, sondern bleibt das Betriebsgeheimnis der Fondsgesellschaft. Diese Intransparenz birgt das Risiko, das Vertrauen in die Strategie zu verlieren, wenn es nicht so gut läuft und zur Unzeit auszusteigen.

Die CSR agiert abseits dieser klassischen Strategien. Wir nutzen einerseits die Schwarmintelligenz, das Wissen, das in der Gesamtheit der Prognosen der Volkswirte steckt, wobei wir die Unsicherheit jeder einzelnen Punktprognose ausklammern. Die Verteilung der Prognosepunkt-Wolke bildet für uns die Basis für unsere Jahreskanäle, die die Schwankungsbreite für Aktien und Zinsen für ein Kalenderjahr vorgeben. Innerhalb dieser Jahreskanäle agieren wir konsequent antizyklisch. Wir erhöhen beispielsweise die Aktienquote in einem Stiftungsmandat bei sinkenden Notierungen und verringern diese, wenn der Aktienmarkt sich wieder erholt. Dies setzen wir konsequent um, mit dem Vorteil der Prognosefreiheit und vollkommener Transparenz für unsere Mandanten.

Entwickelt haben wir diesen Ansatz aus der Frage, warum die Deutsche Bundesbank regelmäßig Bilanzgewinne erwirtschaftete. Die Antwort lag bei näherer Betrachtung auf der Hand – sie agierte stets marktstützend und kaufte Assets, die gefallen waren und veräußerte diese in einer Markterholung mit Gewinn. Dieser Vorgehensweise liegt der sog. Mean-ReversionEffekt zugrunde, d.h. die Tatsache, dass sich Phasen steigender und sinkender Notierungen abwechseln. Bereits mit Firmengründung im Jahr 2008 haben wir damit begonnen, unsere Portfolios unter Beachtung sozialer und ökologische Aspekte auszurichten. Die Einbindung von ethischen, sozialen oder ökologischen Kriterien in den Vermögensanlageprozess wird von einer unabhängigen Agentur für unsere eigenen Investmentfonds bereits seit vielen Jahren zertifiziert. Denn wir als CSR stehen hinter der Überzeugung, dass Unternehmen und andere Akteure am Kapitalmarkt (wie z. B. auch Staaten) nicht allein Gewinne maximieren sollen, sondern auch dafür verantwortlich sind, wie diese Gewinne zustande kommen.

Studien belegen, dass die Anwendung sozialer oder ökologischer Auswahlkriterien in einem gut diversifizierten Portfolio die Anlagerisiken tendenziell senkt, bei in etwa gleichbleibendem Ertrag. Diesen Vorteil gilt es, ins Stiftungsportfolio zu integrieren.

Doch in der praktischen Anwendung und im Auswahlprozess hapert es oft an „technischen“ Aspekten, so unsere Erfahrung. Will man als Stiftung abseits des Mainstreams investieren, werden häufig illiquide Papiere, geschlossene Fonds oder Unternehmensbeteiligungen angeboten, für die es keinen geregelten Markt gibt. Dies führt nicht nur zu Problemen in der Buchführung und bilanziellen Darstellung bei der Stiftung, sondern auch zu Unsicherheiten, was eine Stiftung im Rahmen der Vermögensanlage darf. Die Antwort hierauf kann nur lauten: In Zeiten, in denen mit Mainstream-Investments, insbesondere öffentlichen Anleihen oder Aktien-Standardwerten, ein Ertrag jenseits der Inflation nicht erreicht werden kann, muss die Stiftung auch auf alternative Anlagen ausweichen dürfen. Dies scheint sich auch bei den Stiftungsaufsichtsbehörden herumgesprochen zu haben, wo man diesen Anlageformen mittlerweile deutlich aufgeschlossener gegenübersteht. Wenn diese alternativen Investments dann auch noch stiftungsgerecht aufbereitet werden, idealerweise also über eine Wertpapierkennung verfügen und ohne Probleme in ein Depot einer Bank oder Sparkasse gekauft werden können, ist das Ziel erreicht.

Wir als Vermögensverwalter fühlen uns in der Verantwortung, Stiftungen in beiden Aspekten, also dem technischen bzw. administrativen wie auch dem inhaltlichen, zu unterstützen. Dies ermöglicht es insbesondere auch kleineren und mittelgroßen Stiftungen, den Weg in Richtung alternative Investments einzuschlagen. So wurden in den letzten Jahren verschiedenste Projekte, z. B. aus demBereich Mikrofinanz, Studienfinanzierung oder auch ökologisch ausgerichtete Firmenanleihen, von uns begleitet und für unsere Mandanten auf ihre Anforderungen hin strukturiert. 


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