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Stiftungsforum Rhein-Main 2018 - Workshop A1 Defensive Aktieninvestoren sind langfristig im Vorteil

25. April 2018 | Vermögen
Bild: EDR Event Dokumentationen Rasch

Kapitalanlage im Niedrigzinsumfeld 

Wie können Stiftungen jetzt rentabel und langfristig werterhaltend investieren?

Viele Investoren sorgen sich um ihre Kapitalanlage. Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sie mit deutlich sinkenden Einkünften aus ihrem Anlagevermögen zu kämpfen. Da die expansive Geldpolitik der EZB wahrscheinlich noch mehrere Jahre anhält, wird es nicht so schnell wieder einfacher, angemessene Erträge zu generieren. Nun raten immer mehr Experten dazu, verstärkt in renditeträchtigere Anlageformen wie Aktien zu investieren.

Der wesentliche Nachteil eines klassischen Aktieninvestments ist das höhere Risiko: Bei einem Kursrückschlag an den internationalen Aktienmärkten könnten kurzfristig größere Verluste entstehen. Der Investor befindet sich somit in einem Dilemma: Um eine gewisse Mindestrendite zu erreichen, kann er nicht nur in klassische risikoarme Anlageprodukte wie Staatsanleihen investieren. Deutliche Umschichtungen in renditeträchtigere Anlageformen wie z. B. klassische Aktieninvestments stellen jedoch ein Risiko dar, welches der Anleger häufig nicht tragen möchte.

Ein Ausweg aus dem Anlagenotstand ist ein Investment in defensive Unternehmen wie z. B. die multinationalen Konsumgütergiganten Nestlé, L’Oréal etc. Diese Unternehmen haben gut prognostizierbare Gewinne, wodurch ihre Aktienrenditen erheblich geringeren Schwankungen unterliegen als andere Titel. Die empirische Kapitalmarktforschung hat das Renditeverhalten dieser defensiven Aktien intensiv analysiert. Interessant ist dabei, dass Anleger für das deutlich geringere Risiko keinen Renditemalus in Kauf nehmen müssen. Im Gegenteil: Aktien mit einem geringen Risiko haben ähnlich hohe bzw. sogar höhere Renditen, als Aktien mit einem hohen Risiko - d. h. es ist innerhalb des Aktiensegments möglich, die klassische RisikoRendite-Beziehung aufzubrechen.

Unsere eigenen Ergebnisse stützen die Untersuchungen der Wissenschaftler. Für das Aktienuniversum des STOXX 600 haben wir die jeweils 30 defensivst en Titel ermittelt. Die Rendite des Portfolios zeigt deutlich stabilere Renditen als der Gesamtindex – mit deutlich reduzierten Verlusten in negativen Aktienjahren, wie die folgende Abbildung zeigt. 

Was bedeuten diese Ergebnisse für die Kapitalanlage? Defensive Aktieninvestments haben das Renditepotenzial eines klassischen Aktieninvestments bei gleichzeitig deutlich reduziertem Risiko. Aus Investorensicht ist es nur konsequent, diese Situation auszunutzen. Anstatt klassische Aktieninvestments mit vollem Kursrisiko beizumischen, sollte der Anleger einen Teil seines Portfolios in defensive Aktienstrategien investieren. Dies ermöglicht ihm eine gewisse Mindestrendite, ohne den Erhalt des Vermögens einem unnötig hohen Risiko auszusetzen.

Aktuelle Herausforderungen im Niedrigzinsumfeld

Viele Stiftungen sorgen sich um ihre Kapitalanlagen. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld kämpfen sie mit deutlich sinkenden Einkünften aus ihrem Stiftungsvermögen und stehen daher vor der Herausforderung, ihre Stiftungszwecke weiterhin ausreichend finanzieren zu können. Angesichts dieser prekären Lage rät der Bundesverband deutscher Stiftungen dazu, das Kapital verstärkt in renditeträchtigere Anlageformen wie Aktien zu investieren. 

Stiftungen befinden sich somit in einem Dilemma: Um ihre Stiftungsziele zu erreichen, benötigen sie mehr Rendite als die klassischen risikoarmen Anlageprodukte derzeit erzielen können. Deutliche Umschichtungen in renditeträchtigere Anlageformen wie z. B. klassische Aktieninvestments könnten jedoch ein Risiko für den Erhalt des Stiftungskapitals darstellen.

(Quelle: Source For Alpha)

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