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Stiftungsforum Rhein-Main 2018 - Workshop A3 Nachhaltig investieren

09. Mai 2018 | Vermögen

Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) im Fokus

Immer mehr Anleger – von globalen Institutionen bis hin zu Einzelpersonen – versuchen ihre finanziellen Ziele zu erreichen, indem sie in Unternehmen anlegen, die in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung („Environment Social Governance“, ESG) positive Kennzahlen vorweisen können.

Im Zuge wachsender Nachfrage nach ESG-Produkten, die das Wachstum des Sektors anheizte, sind immer mehr ESG-Produkte auf den Markt gekommen. Dies hat letztlich auch dazu geführt, dass der Begriff ESG an Kontur verloren und für unterschiedliche Anleger unterschiedliche Bedeutungen angenommen hat.

Für manche Anleger umfasst ESG den gesamten Bereich des nachhaltigen Investierens, während andere es als Methode ansehen, Unternehmen mit zweifelhaften Profilen aus ihren Portfolios auszusondern. Aufgrund dieser widersprüchlichen Auffassungen scheint es notwendig, darauf zu schauen, was ESG eigentlich ist und – genauso wichtig – was es nicht ist.

Was sind ESG-Ratings? 

Anhand von ESG-Ratings lässt sich das Engagement eines Unternehmens für nachhaltige Geschäftspraktiken bewerten. Für viele Anleger ist es unverzichtbar zu verstehen, welche Auswirkungen ein Unternehmen auf die Welt hat, und festzustellen, ob das jeweilige Unternehmensprofil in Einklang mit den eigenen Prinzipien steht.

Die drei Säulen von ESG-Investments

Umweltschutz:
• Klimawandel
• Rohstoffe
• Umweltverschmutzung und Abfallstoffe
• Chancen im Bereich Umweltschutz

Soziales:
• Humankapital
• Produkthaftung
• Dialog mit Interessensgruppen
• Chancen im Bereich Soziales 

Unternehmensführung und -verhalten:
• Corporate Governance
• Corporate Behavior

Weit verbreitete Missverständnisse

Es geht nur um die Umwelt
Durch aktuelle Geschehnisse wird die Aufmerksamkeit der Medien größtenteils auf die Umwelt (Environment = „E“ in ESG) gelenkt, doch die Komponenten Soziales und Unternehmensführung sind ebenfalls wichtig.

Die Bewertung ist zu subjektiv
Die ESG-Ratings von Unternehmen basieren auf analytisch mess- und sichtbaren Verhaltensweisen.

Ein Unternehmen ist nur so gut wie seine Branche
Nicht alle Unternehmen, die in umstrittenen Branchen tätig sind, bekommen automatisch ein schlechtes ESG-Rating. Da die Bewertung das Engagement eines Unternehmens für nachhaltige Geschäftspraktiken erfasst, kann ein Unternehmen durchaus besser als seine Branche abschneiden.

Die Mechanismen hinter ESG-Ratings

Das ESG-Research von MSCI analysiert tausende Unternehmen weltweit, um ihre ESG-Profile und deren mögliche Auswirkungen auf das Risiko und die Rendite eines Unternehmens auf lange Sicht einzuschätzen.

Die Rahmenbedingungen von MSCI stellen sicher, dass Unternehmen nach denjenigen Aspekten bewertet werden, die für ihre Branche besonders relevant sind. So spielen bei Unternehmen aus dem Finanzsektor soziale Faktoren eine größere Rolle, während Firmen im Energiesektor stärker über die Einflüsse ihrer Tätigkeit auf die Umwelt beurteilt werden. Wesentlicher Bestandteil der Bewertung sämtlicher Unternehmen ist ihr Engagement im Bereich Corporate Governance. ESG-Ratings spiegeln somit nicht nur, in welchem Umfeld ein Unternehmen tätig ist, sondern auch, wie gut es dieses Engagement managt.

Was macht ein Investment führend in seiner Branche?

Eine Anlagemethodik, die darauf zielt, nur diejenigen Unternehmen auszusuchen, die in ihrer Branche führend sind, setzt auf Unternehmen, die sich im Vergleich zu Wettbewerbern im Hinblick auf das ESG-Rating abheben. Dieser Ansatz kann Anlegern dabei helfen, die herkömmliche Diversifikation in einem Portfolio beizubehalten, sich aber von Unternehmen zu trennen, die anfällig für Skandale oder sonstige Reputationsrisiken sind.

In ESG investieren, um Risiken besser zu managen 

Risiko steht bei unterschiedlichen Anlegern für unterschiedliche Dinge. Manch einer versteht unter Risiko vielleicht die Renditeschwankungen seines Portfolios. ESG-Anleger könnten hingegen aus einer ganz anderen Perspektive auf das Risiko schauen: Der dauerhafte Verlust von Kapital könnte für diese Anleger ein wichtiges Kriterium darstellen. Im Investmentprozess Unternehmen auszuschließen, die anfällig für hohe Verluste sind, kann genauso wichtig sein, wie Gewinner auszuwählen.  ESG-Kennzahlen können Anlegern dabei helfen, sich über die herkömmliche Finanzberichterstattung hinaus ein vollumfängliches Verständnis vom Profil eines Unternehmens zu verschaffen, um die langfristigen Risiko- und Renditeaussichten besser einzuschätzen. 

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